Wie in der Hölle

Ein Mann, aus dem Gefängnis entlassen, wird von seiner Frau abgelehnt. Eine kurze, gewalttätige Auseinandersetzung endet dramatisch. Die Lebengeschichten der drei Zeuginnen, Töchter des Paares, werden zu Leidensgeschichten: Céline (Karin Viard) bleibt eine frigide verängstigte Maus, Sophie (Emmanuelle Béart) leidet am permanentem Ehebruch ihres Mannes, ohne sich trennen zu können, und die kleine Schwester Anne (Marie Gillain), Studentin, verirrt sich in einer Beziehung mit ihrem gut situierten, verheirateten Professor. Längst sind die Beziehungen der Geschwister abgebrochen, bis zum Ende des Films klar wird, was geschehen war.

Wieder mal ein Film, der zunächst viel verspricht, und der dann umso herber enttäuscht. Danis Tranovic hatte 2001 mit „No man’s land“ einen sowohl komischen als auch dramatischen Film vorgelegt und damit verdient den Oscar als besten ausländischen Film abgeräumt, sogar im Jahr, als die Konkurrenz Amélie Poulain nicht nur die Franzosen allein verzauberte. Nun also „Wie in der Hölle“, ein gemeinsamer Film mit französischen Stars, noch dazu basierend auf einem Drehbuchentwurf des Mystikers Krzysztof Kieslowski. Das macht neugierig.

Aber, altes Sprichwort, manchmal wahr: Viele gute Köche den Brei. Der visuell reizvolle Film verliert sich schnell in den Dramen der drei Protagonistinnen, und wenn der Schlüssel zu ihrem Unglück endlich gefunden wird, ist das Interesse bereits zum Fenster raus. Mehr noch, gibt es da überhaupt eine Verbindung? Besonders Emmanuelle Béart’s Charakter erleidet Qualen, die jeder anderen Frau ebenso passieren können, Kindheit hin, Kindheit her. Noch dazu schwebt über den teils lapidaren Problemen und Problemchen eine Schwere, die, unterstützt durch überbordende Symbolik, ins Groteske abdriftet. Spätestens an diesen Stellen, wo Lachen nicht gewollt ist, hat der Film verloren.

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