Wie gefährlich sind Urlaubshotels?

Sicherheitsmängel im Hotel lassen schnell den Traum vom Urlaub platzen. Außerhalb Europas fehlen oft strenge Auflagen und Sicherheitskontrollen. Ein Blick in die Hotelbewertungen bei HolidayCheck.de zeigt, mit welchen Schwierigkeiten Urlauber zu kämpfen haben.

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr sind immer wieder Balkone und deren Geländer. Selbst wenn sie neu und stabil aussehen ist das keine Garantie dafür, dass sie dies auch wirklich sind. Diese schmerzhafte Erfahrung mussten in diesem Jahr auch andere deutsche Urlauber in der Türkei machen. Zwei Jugendliche stürzten fünf Meter in die Tiefe, weil sie sich von einer frisch gestrichenen Balkonbrüstung blenden ließen. Eine Userin schrieb schockiert: „Von anderen Urlaubern hörten wir, dass dies schon einmal vor zwei Jahren mit einem Kleinkind passiert war. Unfassbar, dass danach nicht repariert, sondern nur lackiert wurde.“

Die Sicherheitsrisiken mancher Hotelanlagen sind mitunter so gravierend, dass Hoteliers hier und da versuchen, ihre Haftung für eventuelle Unfälle zu umgehen. Selbst bei einfach zu behebenden Mängeln wie nassen, glatten Böden lassen manche Hotels beim Check-In eine Haftungsfreistellung für Unfälle unterschreiben.

Absturzgefahren bestehen oftmals auch auf verwahrlosten Spielplätzen von Hotelanlagen. Kommt es dann tatsächlich wegen massiven Sicherheitsmängeln zu einem Unfall, versuchen Hotelangestellte nicht selten, dem Gast die Schuld zu geben.

Das Oberlandesgericht Köln hatte bereits Ende 2006 geurteilt, dass ein unzureichend gesicherter Balkon den Veranstalter zu Schadensersatz verpflichten kann. Damals war ein Gast nach ausgiebigem Besuch der Hotelbar noch auf seinem Balkon zum Rauchen gegangen. Der Mann stürzte über die 56 Zentimeter hohe Balkonbrüstung. Die Richter sahen den Veranstalter in der Pflicht, da sich eine Überprüfung der Sicherheitsstandards seines Vertragshotels auch auf die Balkonbrüstung des Hotelzimmers erstreckt. Das Gericht hielt Brüstungen im dritten Stock von 56 Zentimetern Höhe für völlig unzureichend. Es war auch unerheblich, dass kein Verstoß gegen türkisches Baurecht vorlag. Ohne Belang war ebenfalls die Alkoholisierung des Gastes. Gerade im Urlaub werde auch im Interesse des Hotelbetreibers mehr als üblich getrunken (Az: 16 U 40/06).

Im Fall des 17-jährigen Dennis aus Spandau hat der Reiseveranstalter „Tjaereborg“ schnell reagiert und das Hotel in Side aus seinem Angebot gestrichen.

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