Wer macht mit beim Da-Vinci-Gate ?!

Okey, nun ist er also raus, der Film zum Buch, und ähnlich wie beim Tod von dear Lady Di kann man sich kaum raushalten, auch wenn es tatsächlich nicht jeden sooooo waaaahnsinnig interessiert.

Trotz Weltbestseller hier nochmal kurz die Story : Robert Langdon, amerikanischer Wissenschaftler, spezialisiert auf die Deutung von Symbolen, wird in Paris herbeigeholt, um bei einem Mord im Louvre zur Seite zu stehen: Ein Mann ist mitten in der Grande Gallerie ermordet worden, hatte aber noch Zeit, mysteriöse Zeichen zu hinterlassen. Seine Enkelin Sophie Nerveu, ihrerseits Kryptologin, wittert hinter hinter dem Mord religiöse Zusammenhänge. Schnell sind sie und Langdon in ein Netz aus esoterischen Deutungen und kirchlichen Machenschaften verwickelt, hinter dessen Knoten sich nichts anderes als die Suche nach dem heiligen Gral verbirgt. So wie sie den Rätseln auf die Spur kommen, müssen sie auch schon um ihr Leben bangen.

In all dem Trouble um die Wahrheit(en) der Geschichten zu Da Vinci’s Abendmal-Gemälde, den Fragen zur katholischen Kirche, ihren Sekten und Abschweifungen vergißt man, daß Dan Brown nie behauptet hatte, eine bestimmte Wahrheit endlich ans Licht zu bringen. Der Da Vinci Code IST ein ROMAN, und, wie auch seine älteren Bücher, vor allem eine clevere, spannende, sich von einem Cliffhanger zum anderen hangelnde Geschichte. Innovativ in seinen kunsthistorischen Behauptungen, aber verfaßt nach einem üblichen Muster, daß jeder Hitchcock-Fan bereits dutzendfach gesehen hat : Der Unschuldige in Beweislast seiner Unschuld. Ob kunsthistorisch interessiert, ob esoterisch angehaucht, ob in der S-Bahn oder beim Picknick – Lesen jedenfalls tut sich das allemal wie Spülwasser.

Der Film hingegen tut sich genau da schwer. Sehr schwer sogar. Es stimmt zwar alles : Detailgetreue Drehorte, Schauspieler, die generell was taugen, der weisse Albino wie’s sich gehört, etc etc. Doch die Geschichte ist so ordentlich heruntergedreht, daß jede kriminalistische Inspiration irgendwo verlorengegangen sein muß. Der Film hinterläßt den Eindruck, daß Ron Howard, nicht gerade bekannt für progressives oder gewagtes Kino, sich vollends auf den Deal „Weltbestseller mit Tom Hanks“ verlassen hat, ohne der Geschichte gerade im Tempo gerecht zu werden. So schleppt sich die Handlung dahin, man schaut sich die schönen Aufnahmen des Louvre, der Kirche Saint Sulplice und der britischen Drehorte an, während Hanks und Tautou mit Büromiene ein „Drama“ verfolgen. Man überlegt sich, was z.B. ein Regisseur wie David Fincher (Fight Club) aus dem Stoff gemacht hätte.

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