Watchmen – Die Wächter

Kein leichter Stoff fürs Kino, den sich Regisseur Zack Snyder da vorgenommen hat. „Watchmen“ ist nur vordergründig eine Superhelden-Story, dahinter steckt viel Gesellschaftskritik und beißende Satire. Zugkräftige Namen sucht man in der Liste der Schauspieler vergeblich, denn genauso wie die Charaktere des Comics vor der Veröffentlichung unbekannt waren, wartet die Filmversion ebenfalls nicht mit großen Schauspielern und übermäßig bekannten Gesichtern auf.

Mit der zwölfteiligen Geschichte um alternde Superhelden, die eine Verschwörung aufdecken wollen, hat Alan Moore ein Meisterwerk geschrieben. Ohne auf bekannte Helden wie Superman oder Batman zurückzugreifen, auch wenn sich deutliche Parallelen ableiten lassen, beschreibt „Watchmen“ nicht nur eine was-wäre-wenn-Story, sondern hinterfragt vor allem den Verlust der Unschuld einer Gesellschaft, den Verrat der Ideale und präsentiert gleichzeitig Charaktere, die zumindest das richtige tun wollen.

Der ehemalige Superheld The Comedian wird ermordet, doch kaum einer interessiert sich dafür, denn seit einigen Jahren sind sie verboten. Nur der in den Untergrund abgetauchte Rorschach versucht herauszufinden, warum jemand alte, abgehalfterte Superhelden umbringen will. In Rückblenden wird die Geschichte der selbsternannten Rächer ohne besondere Fähigkeiten erzählt und mit der Zeit entwickelt sich das Bild einer Welt, die in sich zerrüttet ist.

Der Titel der Graphic Novel stammt aus einer Satire des römischen Autors Juvenal, der dort „Wer bewacht die Wächter?“ fragen lässt. Der Spruch erscheint überall auf den Comicseiten im Hintergrund als Graphitti, ist jedoch nicht einmal vollständig zu sehen. Dies kann allegorisch gesehen werden zu den verschiedenen Aspekten der Story gesehen werden, die sich ebenfalls im Hintergrund langsam entwickeln.

„Watchmen – Die Wächter“ ist nicht die erste Verfilmung eines Comics von Alan Moore. Nach eher misslungenen Versuchen „From Hell“ und „Die Liga der außerordentlichen Gentlemen“ auf die Leinwand zu bringen, konnte mit „V wie Vendetta“ wenigstens eine in den Grundzügen an das Comic erinnernde Filmversion geschaffen werden.

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Dass man sich jetzt filmisch an einem der wichtigsten amerikanischen Comics versucht, bringt die große Gefahr mit sich, dass das Projekt mächtig schiefgehen könnte. Der Filmtrailer jedenfalls sieht auf der einen Seite aus, als wären einzelne Szenen eins zu eins nachgedreht worden, auf der anderen Seite wirkt er aber auch wie eine dieser typischen Superhelden-Verfilmungen, mit denen wir in den letzten Jahren gequält wurden. Letztlich kann die Entscheidung, ob es sich bei den Watchmen um eine gelungene Neubearbeitung des Themas handelt, erst im März gefällt werden.

5 Meinungen

  1. Ich habe den Trailer bei meinen letzten beiden Kinobesuchen gesehen und fand ihn stilistisch wirklich klasse. Macht neugierig darauf, was sich wirklich dahinter steckt.
    Ich als „alter“ Marvel-Fan hab zwar eine leicht Abneigung gegen DC aber, wie gesagt, der Trailer sind klasse aus!

  2. Das ist eines der Filme, auf die ich mich schon lange freue. Ich hoffe, er wird das erfüllen, was im Trailer versprochen wird.

  3. Es gibt übrigens beide Watchmen Trailer in HD auf apple…
    http://www.apple.com/trailers/wb/watchmen/

    🙂

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