Von der Sommer-Sendepause in den TV-Winterschlaf – Teil 2

Es ist zum Haareraufen: So tief ich auch in den Programmvorschauen der Sender für den TV-Herbst wühle, ich fördere kaum Sehenswertes zutage. Genau genommen bleiben höchstens eine Hand voll Höhepunkte, für die es sich wirklich lohnt, den Fernseher anzuwerfen. In diesem Sinne: Gleiten Sie getrost von der sommerlichen Sendepause in den TV-Winterschlaf, Sie verpassen nicht viel.
 
Machen wirs kurz. Neben der Bundesliga-Konferenz am 12.8. (Sat.1) und der neuen Raab-Show (23.9., ProSieben) läuft bei mir am 11.9. die BBC-RTL-Koproduktion „9/11 – Die letzten Minuten im World Trade Center“ (22.15 Uhr, RTL). Das zweistündige Doku-Drama, eine Mischung aus Spielszenen nach Protokollen und Zeugenaussagen sowie Reportagematerial, ist wahrscheinlich erhellender als Oliver Stones Kino-Heldenepos „World Trade Center“.
 
Das Kontrastprogramm gibt es bei mir am 18.9. (22.15 Uhr). Dann starten bei ProSieben 13 neue Folgen von „Bully & Rick“ – Deutschlands beste Comedians Bully Herbig und Rick Kavanian betätigen sich endlich mal nicht als Kino-Knallchargen („Hui Buh“), sondern in ihrem ureigenen TV-Sketch-Element und schlüpfen in nicht weniger als 206 Rollen.


Das wars schon fast mit dem TV-Programm im Herbst. Sicher, ProSieben („Kill Bill“, „Spider Man 2“) und die ARD („The Ring“, „21 Gramm“) haben ein teilweise hervorragendes Spielfilm-Angebot. Aber dafür brauche ich keinen Fernsehsender – wozu gibts DVD?


Den kümmerlichen Rest vom ausgefallenen Fernsehfest wollen wir nicht verschweigen. Nicht sehen mus ich die Fortsetzungen notorisch erfolgreicher RTL-Shows („Let’s Dance“, „Typisch Mann – typisch Frau“ usw.). Noch schlimmer: Neben alten Ideen drücken die Kölner noch eine weitere Soap in den Markt. Und schreiben ein weiteres Kapitel des Endlos-TV-Romans „Ex-Promi versucht sich als Schauspieler“. In „Alles was zählt“ (ab 4.9., 19.05 Uhr) spielt die Ex-Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko eine Tochter aus einer Essener Arbeiterfamilie, die davon träumt, Eisläuferin zu werden. Der Weg zum Erfolg führt unausweichlich über eine stinkreiche, aber verlotterte Unternehmersippe. Ziemlich dünnes Eis, selbst für eine Soap.


Auch ProSieben hat eine ehemalige Eiskönigin aufgetan. Ab Herbst bringt Katarina Witt in „Stars auf dem Eis“ Promis das Eiskunstlaufen bei. Wenn die Prominenten wirklich prominent und die Stürze wirklich spektakulär wären, könnte mans immerhin aus reiner Schadenfreude schauen. Ich bleibe bei Eis am Stil.


Noch eine TV-Sünde gefällig? Bitte schön. Kennen Sie Frank Matthée? Seit seiner Mitwirkung in der Pop-Prolo-Show „Sarah and Marc in Love“ gilt er als Deutschlands bekanntester Weddingplaner. Heißt: Der Mann richtet Hochzeiten für gut betuchte Pärchen aus, die ein wenig Tand und Talmi wollen. ProSieben widmet dieser Dienstleistung gleich eine tägliche Show. „Frank – der Weddingplaner“ begleitet ab 28. August (montags bis freitags, 15 Uhr) deutsche Pare auf ihrem Abflug in den rosa Ehe-Himmel. Auf das sich das Publikum über seine komischen Sprüche und irren Einfälle kräftig amüsiert. Frank wird übrigens schön schwul „Fronck“ ausgesprochen. Alles klar?

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