Volver

Während Raimunda (Penelope Cruz) mit kleinen, mühsamen Jobs ihre Kleinfamilie über Wasser hält, kann ihr arbeitsloser Mann nicht von der Wäsche der gemeinsamen Tochter lassen. Die jedoch macht kurzen Prozess und ersticht den Vater in der Küche. Raimunda improvisiert, versteckt den toten Ehemann in der Kühltruhe eines Restaurants, das sie ebenso improvisiert übernimmt, denn zwischenzeitlich wird hier ohnehin gerade ein Besitzer nötig. Sie verschweigt die Tat ihrer Schwester Sole (Lola Dueñas), was leicht fällt, denn es gibt noch andere Probleme: Die gemeinsame Tante, der Raimunda seit dem tragischen Tod der Mutter sehr nahe steht, liegt im Sterben. Als es soweit ist, werden im abergläubischen Dörfchen der spanischen Region „La Mancha“ Gerüchte laut, die tote Mutter Abuela (Carmen Maura) habe sich als Geist um die Tante gekümmert. Doch der tote Geist der Mutter ist plötzlich quicklebendig…

Erforscht Almodóvar männliche Charaktere, dann ist es ihre obskure, destruktive Seite. Mit Frauen hingegen steckt er wie eine schnatternde Freundin unter einer Decke. So gelingt es ihm, in seiner schlüssigen – wenn auch für Almodóvar-Kenner etwas durchsichtigen – Frauengeschichte, gekonnt die Frauen zu Heldinnen ihres Alltags zu machen, ganz gleich wie abgebrüht und verlogen sie dabei agieren mögen. Und selten sind Mörderinnen so attraktiv ! Denn nur wer so unter einer Decke mit seinen Heldinnen steckt, kann dabei ihre herrlichen Rundungen abfilmen – ob von oben ins Dekollte oder von hinten aufs Gesäß – ohne dass es peinlich wird. Penelope Cruz’ Oberweite ist selten so häufig und direkt als Objekt zelebriert worden, ohne dabei die Schauspielerin zu degradieren.

Beim diesjährigen Festival in Cannes wurde Volver wie die meisten Filme Almodóvars mit Anerkennung gepriesen und seine Darstellerinnen allesamt mit dem Preis für die besten Schauspielerinnen gekrönt. Bei soviel durchaus verdienten Lobeshymnen denkt man nicht daran, wie künstlich und hart erarbeitet Almodóvar’s Welt trotz allem ist, auch die spezielle Welt der Frauen ist vor allem eines der vielen Markenzeichen, das der Regisseur wie die Farbe rot ganz bewußt einsetzt, man könnte auch sagen : verkauft. „Sind Frauen in Spanien tatsächlich so stark oder sind sie vor allem Almodóvar’s Ausgeburt ?“ fragte ein französisches Magazin in einem Interview*. „Nein, ich habe Monster kreiert ! Frankenstein-Kreaturen, die sich aus allem möglichen zusammensetzen, was ich auf der Straße sehe, in Magazinen und Romanen lese, was mir Freunde erzählen, denn diese Frauen sind auch aus Dingen entstanden, die von Männern kommen, und zuallererst von mir selbst [..] Das Spiel in meinen Filmen ist nicht die Beschreibung des Lebens und seiner Sitten. Meine Arbeit ist näher an dem, was man in Spanien „Esperpento“ nennt, eine Art, die Realität stilisierter, dramatischer, noch krasser zu zeigen. Oder ganz einfach: Ich gebe meinen Figuren eine Erscheinung, die jeder wieder erkennt.“

Improvisierende, starke Frauen also, die fluchen, lügen, morden, und vor allem sich selbst helfen, ohne daß man ihnen jemals böse sein kann – man ist auf bekanntem Almodóvar-Terrain. Diese Rückkehr (Volver) des Regisseurs greift nicht nur neben den Frauen auch wieder Themen seiner ursprünglichen Filme auf, es ist auch eine Rückkehr zu seinen früheren Schauspielern, allen voran Carmen Maura und Penelope Cruz, die wiederum die Rückkehr einer Zuneigung von Mutter und Tochter spielen. Wem diese Welt zu „almodóvarisiert“ ist, der hat vielleicht nicht ganz unrecht. Und auch kurvenreiche, lebendige, im besten Sinne ordinäre Frauen, die minutenlang durch mediterrane Straßen laufen, ohne daß dabei viel mehr passiert als daß sie einfach nur schön und ordinär sind, hat man mit Anna Magnani und Sophia Loren auch schon mal gesehen. Doch wer Penelope Cruz dabei verpassen will, sollte sich fragen, ob das Kino nicht für solche Momente irgendwann mal geboren wurde 🙂

* Télérama, im Mai 2006

Eine Meinung

  1. „Volver“ war für mich das cineastische Highlight des Jahres 2006. Penelope Cruz hat sich in die erste Liga der internationalien Schauspielerinnen hochgearbeitet mit ihrer Darstellung der Raimunda. Mit und ohne Rundungen ist sie eine hervorragende Charakterdarstellerin. Übrigens – ist der Busen nicht auch ein wenig gewachsen? Wenn ich mir ältere Fotos von Cruz anschaue, scheint es mir so.Na denn, auf wachsende Rundungen und wachsendes Talent!Olivia Kroth

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