Viva Music Television! (Mit einem dicken Schmatz an YouTube)

Eigentlich schalte ich das so genannte Musikfernsehen
meistens nur aus Versehen und nur sehr kurz ein, beim Zappen. Letzte Woche bin
ich dann aber tatsächlich hängen geblieben, denn MTV hat sich zum 25.
Geburtstag eine recht ordentliche ja man möchte fast sagen: Doku über sich
selbst und die Geschichte des Videoclips geschenkt. Schade, dass diese Sendung
nur eine Ausnahme bleiben wird, uns das Musikfernsehen in Zukunft weiterhin
zwischen den Klingelton-Spots mit den immer gleichen Clips zuballern wird und
wir arte einschalten müssen, um einen Hauch von Popkulturgeschichte zu spüren. Dennoch
packe ich die Gelegenheit beim Schopfe, einige meiner Lieblingsclips- und
Regisseure vorzustellen:
 

Spike Jonze

 
Ein Genie, das nicht nur mit Musikvideos Aufsehen erregt,
sondern auch großartige Kinofilme macht („Being John Malkovich“, „Adaptation“).
Seine Clips sind – vor allem in den ersten Jahren – eher im Alternative-Bereich
angesiedelt; zu seinen Kunden zählen:

–  Weezer (“Undone – The Sweater Song”,
“Buddy Holly” und „Island in the Sun – Version 2“)
–  Beastie Boys (Sure Shot, „Sabotage“)
–  Pavement („Shady Lane“)
–  Beck („Guess I’m Doing Fine“)
–  Dinosaur Jr. („Feel the Pain“)
–  Daft Punk („Da Funk“)
–  Chemical Brothers („Elektrobank“ – nebenbei: Die Turnerin ist „Lost in Translation“-Regisseurin Sofia Coppola…).

Ähnlich dynamisch choreographiert wie letzteres ist das Video zu Fatboy Slims „Weapon of Choice“,
das zu meinen absoluten Lieblingsclips zählt. Im Filmchen zum Fatboy-Slim-Stück „Praise You“ zeigt Spike Jonze übrigens selbst, was er so an Moves drauf hat
(er ist der Mann mit der Brille). Ach ja, und flotte Werbespots macht Jonze auch.


Michel
Gondry

 
Dieser lustige kleine Franzose hat nicht nur einen ähnlichen
Sinn für Ästhetik wie Spike Jonze, die beiden teilen auch eine Menge
Musikerfreunde, z.B. Daft Punk („Around the World“),
die Chemical Brothers (Star Guitar), Beck (Deadweight) und, ähem, Björk (Human
Behaviour u.a.). Auch die in o. g. MTV-Doku gefeatureten Videos zu Kylie Minogues „Come Into My World“
und zu „Everlong“ von den Foo Fighters sind sehr hübsch. Neben Björk (sechs Videos) hat Gondry am meisten mit den
White Stripes zusammengearbeitet, für das hektische „The Hardest Button to Button“,
das psychedelische „The Denial Twist“
(feat. Conan O’Brien) und „Fell in Love With a Girl“,
zweifellos eines der größten Musikvideos aller Zeiten.

Zum Schluss noch zwei Videos, die zwei RegisseurInnen für
zwei Songs von der Gruppe Blur gedreht haben:
 
1. Das Hammer-Video zum Hammer-Track „Song 2“ (von der Viel-Dreherin Sophie Muller)
2. Eines der süüüüüßesten Musikvideos, das jemals gedreht wurde: „Coffee and TV“ (von Garth Jennings )

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