Visite bei ?Dr. House?

Insgesamt haben es, seitdem ich
fernsehe, zwei Arzt-Serien geschafft sich unter meine Lieblingsserien zu schmuggeln.
Die erste war die „Schwarzwaldklinik“, das gilt aber nicht wirklich, denn da
war ich noch klein und habe geguckt, was auf den TV-Tisch (bzw. OP-Tisch) kam. Und
dennoch ist diese Serie wichtig, denn dass die TV-Ärzte nicht an echten
Menschen, sondern an Schweinen herumoperiert haben sollen, das hat mir damals die
Augen geöffnet über Schein und Sein des Fernsehens. Egal, ob das mit den
Schweinen nun stimmt oder nicht: Seitdem weiß ich, dass man nicht alles glauben
soll, was man da so vorgesetzt bekommt.
 
Das gilt natürlich auch für „Dr.
House“. Die Mediziner-Mär ist auch deshalb so erfolgreich, weil das Erstellen
einer Diagnose gelegentlich die Form einer kriminalistischen Untersuchung
annimmt und die Fälle, die das Spezialistenteam des „Princeton-Plainsboro
Teaching Hospital“ auf den Tisch bekommt, hin und wieder doch etwas
abenteuerlich erscheinen. Verständlich, dass dem echten Mediziner daran gelegen
ist, dass da alles mit fachlich rechten Dingen zugeht. So auch Scott, der
auf seiner Seite „Polite Dissent“ sowohl die Wahrscheinlichkeit bzw.
Unwahrscheinlichkeit der spektakulären Fälle als auch die
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden unter die Lupe nimmt.


 
Scott überprüft „Dr. House“ auf Herz
und Nieren und diagnostiziert tatsächlich die eine oder andere Ungereimtheit.
Warum z.B. nehmen die Spezialisten in Houses Team all die CT-, Röntgen und
sonstigen Untersuchungen selbst vor, anstatt das dafür zuständige Personal zu
beanspruchen, das es in ihrer Klinik eigentlich geben müsste? Und warum gilt
Dr. Gregory House überall als Über-Arzt, wenn doch nicht selten König Zufall einen
großen Anteil an der Aufklärung der Rätsel hat? Im Großen und Ganzen kommt
Scott aber zum Schluss, dass das alles unterm Strich ziemlich egal ist.
Schließlich ist „Dr. House“ keine Medizin-Doku, sondern gute Unterhaltung. Ist
ja nur Fernsehen, und da darf man auch mal ein bisschen übertreiben, ob in
Princeton oder im Schwarzwald. 

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