Urlaubszeit ? Lesezeit: Bücher zur Stadt: Venedig. Was hat die Stadt mit Internaten zu tun?

 

 
Anderseits muss man sagen, es lohnt sich zumindest im Falle Venedigs sich immer noch einmal klar zu machen, wer darüber  geschrieben hat und hat jemand Venedig für dieses Jahr auf seiner Route liegen, so möchte ich den Reisenden die folgenden  Taschenbücher ans Herz legen.
Da wäre zum einen die Novelle von Thomas Mann, entstanden 1912  „Tod in Venedig“ (Fischer) zu nennen, sein konstruiertestes aber zugleich auch den Leser fast am stärksten in den Bann ziehendes Buch. Für Mann eines seiner Hauptwerke und das Gegenstück zum „Zauberberg“. Wenn man es einmal geschafft hat, sich in diese Vorstellungswelt hinein zu lesen taucht Venedig zu Beginn des Jahrhunderts  vor dem geistigen Auge auf und entfaltet einen  großen Sog  indem man der Lebenskrise des homosexuellen Schriftstellers Gustav von Aschenbach bis in den Tod folgt, der als Erlösung mitten in Venedig eintritt.
Ein weiteres lesenswerter Text aus dem Jahre 1994 ist von Wolfgang Koeppen (1906 – 1996): „Ich bin gern in Venedig warum“. (Suhrkamp).“Wie oft ich komme, mit der Eisenbahn über den Damm, durch die gleißende Lagune…Venedig lockt, fängt ein, verführt mit seinem Licht, seiner Wasserluft, der Geisterluft…Der Reisende wird aus der Bahn geworfen. Er ist an Land gesprungen, des Abenteuers gewiss.“  Es handelt sich um Reminiszenzen denen jeder Venedigfahrer nachspüren kann. Das Buch  ist zur Vor- oder Nachbereitung bestens geeignet.
Der dritte Autor ist Joseph Brodsky. (1940-1996) Der russische Lyriker und Nobelpreisträger reiste jedes Jahr im Winter nach Venedig, den Ort seiner Inspiration. Bewusst suchte er dort seit seinem 32. Lebensjahr die raue, neblige Zeit, in der sich  Venedig leer von den Touristen und auf eine ganz eigene Art von den Venezianern bevölkert  präsentiert.
Ein weiterer Venedig Roman ist der von Louis Begley: Mistlers Abschied ( List, 2004), der zwar in Venedig angesiedelt ist, dessen Plot aber nicht immer zufrieden stellenden ist. Ein us-amerikanischer Werbekaufmann erfährt, kurz vor dem Rentenalter, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und fliegt spontan nach Venedig, wo er noch einmal eine Liebesaffäre mit einer sehr viel jüngeren Frau erlebt. Zuletzt kauft er sich eine schwarze Gondel und es bleibt offen, ob er sie als Symbol einfach dort liegen lässt oder in ihr  aufs offene Meer hinausfährt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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