Urlaubsärger oder ein Ende mit Schrecken

Mitten auf der Autobahn in Schweden kurz vor Göteborg wollte
unser Auto einfach nicht mehr weiter. Dazu suchte es sich den denkbar
schlechtesten Augenblick aus. Wir durchfuhren nämlich gerade eine Baustelle, so
dass die Autobahn an dieser Stelle nur einspurig und ohne Randstreifen war. Mit
lautem Hupkonzert hinter uns krochen wir zur nächsten Ausweichmöglichkeit,
einer Tankstelle. Wunderbar dachten wir uns, sogar eine Tankstelle mit
Werkstatt. Doch falsch gedacht: es war Samstag! Da half es auch nicht, dass
mein Freund und ich die Landessprache gut beherrschten. Am Wochenende wird kein
Auto repariert.

Vor Göteborg
gestrandet

Eine Notwerkstatt, die eventuell Wochenenddienst hat, gibt
es in Schweden nicht. Allerdings dauerte es etwa 3 Stunden und viele weitere
Gespräche, bis wir diese Information aus den Leuten herausgekitzelt hatten. Von
Hilfsbereitschaft oder auch nur Freundlichkeit keine Spur. Frühestens am Montag
würde sich jemand unser Auto ansehen. Dumm nur, dass wir am Montag schon wieder
in Deutschland sein mussten.

Völlig entnervt riefen wir beim ADAC an, (gut dass es ihn
gibt) der uns versprach das Auto wieder nach Deutschland zu bringen, während
wir am Sonntag zurück nach Deutschland fahren könnten. Nachdem endlich alles
geregelt war, wollten wir weiter nach Göteborg. Es fuhr auch alle zwei Stunden
ein Linienbus nach Göteborg. Leider klärte uns niemand auf, dass man anrufen
muss, damit der Bus die Haltestelle anfährt. Dumm gelaufen.

Keine Tickets ins
Ausland

Viel, viel später kamen wir endlich in Göteborg an. Doch das
Drama ging am nächsten Tag weiter, denn am Sonntag ist es von Schweden aus
nicht möglich Züge zu buchen, die über die Landesgrenze hinaus fahren. Auch
Fahrpläne ausländischer Züge können nicht nachgeschlagen werden, da der einzige
Computer von dem aus das geht am Sonntag nicht angeschaltet ist und die
Angestellten am Schalter ihn auch nicht anmachen können. Soviel zur viel
gepriesenen Technisierung Schwedens.

Wir konnten dann immerhin ein Ticket nach Kopenhagen kaufen.
Glücklicherweise rief ich bei meinen Eltern an, um über unsere Schwierigkeiten
zu berichten, denn mein Vater fand heraus, dass in Kopenhagen leider kein Zug
mehr nach Hamburg, unserem Zielort, ging. Ohne die Hilfe meines Vaters hätten
wir das wohl nie erfahren und hätten stattdessen noch einmal einen Tag in
Kopenhagen verbringen müssen. Verzweiflung übermannte uns: Gestrandet, kein Weg
zurück nach Hause!

Am Ende kamen wir aber doch noch nach Hause: Wir flogen von
Kopenhagen nach Hamburg. Das Ein- und Auschecken dauerte länger als der
eigentliche Flug. Ich war nach einem Urlaub noch nie so erleichtert endlich
wieder zuhause angekommen zu sein.

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