Überall Jungs, die auf den Strich gehen

Das Haus am Meer
In „Das Haus am Meer“ (gestern ab 23.30 Uhr im
Ersten zu sehen) muss Kevin Kline eine schlimme Diagnose verdauen: Er hat
Krebs, noch vier Monate zu leben. Zwei Dinge will der geschiedene Vater
auf die Reihe bringen: ein Holzhaus am Meer bauen und das Verhältnis zu seinem
16-jährigen Sohn reparieren. Der, das soll dem geneigten Zuschauer sofort klar
sein, ist ein harter Brocken: Piercings, zerschnittene Klamotten, Schminke im
Gesicht, blau gefärbte Haare, Drogenkonsum. Dass sich statt Abneigung trotzdem
Mitgefühl einstellt hat wohl mit dem Job zu tun, mit dem der arbeitsscheue
Junge seine Süchte finanziert: Liebesdienste gegen Kohle. Während des
gemeinsamen Hausbaus klappt es mit der Familienzusammenführung umfassender als
geplant.

Transamerica
Um komplizierte Vater/Mutter-Sohn-Geflechte geht es auch in
„Transamerica“. Bree (Felicity Huffman) alias Stanley denkt gerade an
nichts anderes als ihre/seine finale Geschlechtsumwandlungs-Op. Doch,
ups, da kommt ein Anruf von der New Yorker Polizei: Ein Straßenjunge (Kevin Zegers, Foto)
behauptet Stanleys Sohn zu sein. Würde die Therapeutin nicht drauf
bestehen, Bree ignorierte diese Information einfach. Stattdessen muss
sie nun los, den Wildfang abholen und ihm ein neues Zuhause suchen. Vom
saufenden Stiefvater missbraucht, verkauft er, was er zu bieten hat: seinen
großartigen jungen Körper. Tja. Moderne Zeiten oder filmische
Holzhammermethode?

Bei James Dean, dem Prototypen des
verletzbarenjungen  Rebells und Außenseiters, reichten noch eine
Lederjacke und der traurige Blick, um seinen Helden Tiefe zu verleihen…

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