Tunesien ? Urlaubsland mit dunklen Knästen.

Al Jazeera berichtet heute (Freitag, 03. März) über die
bevorstehende Freilassung von 1600 Gefangenen in Tunesien.

Das US Außenministerium hatte
am Mittwoch erklärt, es begrüße die Freilassung der Gefangenen, unter ihnen
seien zahlreiche, die von Menschenrechts- und Nicht Regierungsorganisationen
als politische Gefangene beschrieben werden. Dem widersprach das politisch
machtlose tunesische Parlament umgehend. In Tunesien gebe es gar keine
politischen Gefangenen. Was denn nun?

Entweder Tunesien entlässt
ohne Not 1600 Verbrecher und Kriminelle oder es gibt doch Gefangene, die auf
Grund ihrer politischen Ansichten eingesperrt wurden und vielleicht nun als
Zeichen des guten Willens (?) entlassen werden sollen.

Betrachtet man die
Einschätzung von Freedom Watch oder Human Rights Watch ergibt sich ein klareres Bild. Beide Organisationen prangern seit Jahren die
Zustände in Tunesien an. Sie werfen Zine El Abidine Ben Ali, dem
Präsidenten Tunesiens, vor, er habe in den letzten 15 Jahren hunderte
Oppositioneller einsperren lassen. Die Justiz sei ebenfalls nicht unabhängig
und Pressefreiheit so gut wie nicht vorhanden. Amnesty International sprach in
einem Bericht aus dem Jahre 2003 von willkürlichen Verhaftungen und  Folter. Ach so, Präsident Ben Ali lässt sich
regelmäßig mit Wahlergebnissen von über 90% im Amt bestätigen.

Überlegt man jetzt noch mal
ganz kurz, wird man wohl die Einschätzung des State Departments aus Washington
teilen.

Bei der Wahl meines nächsten
Urlaubsziels steht Tunesien bis auf weiteres ganz unten auf der Liste.


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