Thüringen, die braune Mitte Deutschlands

Laut einer Statistik von Apabiz, steigt die Zahl
rechtsradikaler Konzerte in Deutschland stark an.Toralf Staud spricht gar von einer
„Faschisierung der ostdeutschen Provinz“. Ich möchte zwar keine
direkte Verbindung herstellen, dennoch fällt auf, dass gerade CDU/CSU geführte
Länder in der rechten Statistik ganz vorne stehen. Gerade kleine Städte und
Dörfer in Thüringen werden immer öfter Treffpunkt der faschistischen Szene. Veranstaltungen
werden hier eher toleriert als in größeren Städten und auch der Widerstand
gegen die Rechtsradikalen ist meistens geringer, was insbesondere Jugendliche,
die sich dem rassistischem Gedankengut widersetzen in eine schwierige Lage
bringt. Sie werden zumeist Opfer sinnloser rechter Gewalt, die sich vor allem
aus Frustration über die eigene soziale Situation und der bizarren Dummheit
eines Großteils der rechten Szene rekrutiert.
 
Am
1.April trafen sich in Arnstadt hunderte, zum Teil bundesweit bekannte Aktivisten, der Neonazi-Szene und bekannten sich
offen zur Abschaffung der Demokratie. Dabei kommt der rechten Szene vor allem
die zentrale Lage des Bundeslandes und die immer bessere Anbindung durch den
Ausbau des Autobahnnetzes zu gute. Die Kameradschaften und „Heimatschutzvereine“
sind zudem in Thüringen besonders eng vernetzt und werden oft auch Ziel europäischer
und internationaler Neonazi-Gruppen, wie z.B. der in Deutschland verbotenen Blood&Honour.
 
Für den
10. Juni 2006 ist eine Neuauflage
des rechtsradikalen „Fest der Völker“ in Jena
geplant, bei dem über tausend Aktivisten der Neonazi-Szene anreisen
sollen. Es liegt nun in der Macht der Behörden zu zeigen, dass sie gewillt sind,
antidemokratische und rassistische Tendenzen energisch zu bekämpfen. Ein Klima
der Angst vor Gewalt führt dazu, dass Opposition und Widerstand gegen
Rechtsradikale verkümmern.
 
Ich
denke, wenn Städte und Kommunen entschlossener gegen rechte Gruppen vorgehen,
dass dies auch das Engagement der Bevölkerung stärken würde, sich dieser
bedrohlichen Entwicklung aktiv entgegenzustellen.
 
 
Hier gibt’s mehr zum Thema…

6 Meinungen

  1. „Ich möchte zwar keine direkte Verbindung herstellen, dennoch fällt auf, dass gerade CDU/CSU geführte Länder in der rechten Statistik ganz vorne stehen.“Ich möchte zwar keine Verbindung herstellen, stelle aber eine Verbindung her. Was denn nun?“Sie werden zumeist Opfer sinnloser rechter Gewalt…“Gibt es auch sinnvolle rechte Gewalt?

  2. 1. Ich möchte keine DIREKTE Verbindung herstellen bedeutet, dass ich nicht sage, dass CDU/CSU rechte Gruppierungen tolerieren oder gar unterstützen. Die meisten Bundesländer sind ja nun mal CDU geführt. Dennoch will ich diesen Fakt nicht unterschlagen. Sieh es als Provokation oder Motivation an, dieser Sache nachzugehen.2. Ganz klar NEIN.. es gibt keine sinnvolle rechte Gewalt. Mit etwas mehr Übung beim schreiben von Artikeln, werde ich solche sprachlichen Schnitzer vermeiden.

  3. zu 1.: Ich finde es halt etwas unlauter, Verbindungen nur anzudeuten ohne mehr dazu zu sagen.zu 2.: Dann hat meine kleine bissige Kritik ihr Ziel erreicht. 😉

  4. aus der Statistik von Apabiz:Sachsen (78 Konzerte), wo sich die Zahl im Vergleich zum Jahr 2004 verdreifacht hat, Thüringen (31), Bayern (31) und Baden-Württemberg (26).. das sind alles CDU/CSU geführte Länder. Das nächste Mal werde ich das anders kennzeichnen, damit hier niemandem Unrecht getan wird.Ich möchte aber noch einen Artikel über die CDU-Sachsen verweisen, damit sich jeder seine Meinung bilden kann.http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1901037.html

  5. Ich finde nicht, dass hier Relationen hergestellt werden können. Die Bundesländer sind nur einzeln zu betrachten. Und einige Bundesländer bieten sich aufgrund ihrer Infrastruktur nun mal mehr an. Da kann man dann aber auch dem Straßenbauamt keine Vorwürfe machen. Des Weiteren frage ich mich, wo Apabiz seine Zahlen her hat von wann die sind. Ich habe gerade mal für M-V im Landesverfassungsschutzbericht von 2004 geschaut (einen aktuelleren gibt es nicht) und da ist von 15 Konzerten die Rede. Wenn wir das nun aber in Verhältnis zur Einwohnerzahl stellen, dann mischt M-V ganz vorne mit, und das bei einer rot-roten Regierung. Das heißt nicht, dass ich es gut heiße, was in den betreffenden Ländern abgeht und jedes Konzert ist eins zu viel, aber im Kontext zur Regierung ist dies nicht zu sehen.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.