The L Word – warme Schwestern mit kaltem Herz

Die US-Serie um lesbische Lovestorys und Lebensmodelle wird produziert
von einer Frauen liebenden Frau und tritt angeblich in die Fußstapfen
von „Sex and the City“. Nur ohne Männer und in einer anderen Stadt
(L.A.).


Eine Serie über Lesben?

Längst überfällig, könnte man sagen.
Wir lachen über das Drunterunddrüber in der Schwulen-WG der „bewegten Männer“
bei Sat.1, nehmen vergnügt türkische Familien und ihre Eigenarten auf die
Schippe (u. a. „Alle lieben Jimmy“, „Was guckst Du?“) – da fehlte ein Lesbenunterhaltungsprogramm
sozusagen, um ein weiteres TV-Tabu aufzulösen.

Sex satt.
Ursprünglich für einen Kabelsender produziert, brauchten die
Verantwortlichen keine Rücksicht auf Empfindlichkeiten zu nehmen und
konnten
mit beiden Händen in die Sexkiste greifen. Geknutscht, gefummelt und
geleckt
wird denn auch gleich in Folge 1 was das Zeug hält. (Ein paar Männer
dürfen am Rande auch ein bisschen wichsen und penetrieren. Der
Gerechtigkeit halber, vermute ich). Alle Darstellerinnen sind
sexy, knackig und vollendet gestylt. Parallelen zu Carries Welt gibt es
also
tatsächlich. Doch während die  New
Yorkerinnen die Balance zwischen Herz und feuchtem Höschen stets
wunderbar zu halten verstanden,
wirken die L.A.-Babes auf mich wie eiskalte Lakenluder mit
unverrückbarem Focus. Oder wie vulgäre Kerle
am Stammtisch, nur dass sie dem großmäuligen Getue auch Taten folgen
lassen – und mal eben wen vernaschen. (Wäre
das Leben ein Film, täten die Herren von der Eckkneipe das sicher auch
gern). Aber ob
das dem unverkrampften Umgang mit weiblicher Homosexualität förderlich
ist? Der Anspruch von „The L Word“ kann das kaum sein. Vielmehr geht es
auch hier nur um das Eine, nämlich die Quote. Die stimmt bei so viel
Sex am Ende vermutlich schon. Nur mit dem Kultustatus, mit dem wird es
meiner Meinung nach nix.

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