Sitzen, lesen

Zur Not reißt man eben eine Seite raus. Auch eine Möglichkeit, sich die Präsenz von Büchern auf dem Klo zu erklären. Nur nicht die allererste. Henry Alford weiß es besser. In der NY Times widmet sich Alford der brennenden Frage, was die stille Koexistenz von Büchern und Toiletten zu bedeuten hat. Lesen wir auf dem Klo, weil hier endlich Zeit und Ruhe ist? Versuchen wir, irgendein Freud zu verdankendes verqueres Schamgefühl zu überspielen (weil wir Anzüge tragen und dennoch
scheißen müssen)? Oder verstehen wir’s als „symbolischen Akt des Ersetzens dessen, um das wir uns erleichtern“ (maßlos übercodiert, wenn es sich um ein Kochbuch handelt)? Ehrlich gesagt. Nee. Seine eigene Auswahl auf dem Wasserkasten prüfend, kommt Alford zu folgendem akzeptablen Schluß: „Wie die Erstausgaben von Noam Chomsky, die wie zufällig die alten Nummern des Lifestyle-Magazins verdecken, wenn Gäste kommen, sind die Bücher auf dem Klo genau diejenigen, die der Gast sehen soll.“

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