Selena Gomez & The Scene: When the Sun goes down

Selena Gomez & The Scene, das sind vier Jungs (natürlich nur Jungs) mit Ethan Roberts an der Gitarre, Joey Clement am Bass, Greg Garman am Schlagzeug und Dane de Forrest am undankbaren Keyboard.

„When the Sun goes down“, das bitteschön nichts mit dem unschlagbaren Songmonster der Arctic Monkeys zu tun hat, ist das mittlerweile dritte Studioalbum der, hust, „Band“ und klingt eher nach einem Soloalbum mit sporadisch eingeworfenen Studiomusikern, denn zwischen Synthieklängen, Drummachine und zugegeben fein geschliffenem Pop muss man sich schon sehr anstrengen, um eine Band zu entdecken.

Selena Gomez – Viel Inspiration wenig Konzept

Auf dem CD Booklet posiert Miss Gomez in Kostümen aller Jahrzehnte und erinnert dabei mal an Nancy Sinatra, mal an Grace Kelly oder eines der undefinierten 80er Starlettes. Dass die Musik dabei an keiner Stelle an diese mondänen Zeiten erinnert, ist nur für den peniblen Konzept-Fan ärgerlich (ergo: für mich), aber bei einem Charts-Popkünstler muss man wohl keine logischen Zusammenhänge erwarten.

Musikalisch sauber produziert

Produziert ist Selenas Album so blitzeblank, dass man unmittelbar glitzernde Teenager in hippen Clubs tanzen sieht, während sie Fotos von ihren Freunden auf ihren iPhones machen. Eine rote Linie gibt es in den Songs nicht wirklich, kein Wunder, schaut man auf die Liste der Produzenten, drängelt sich da ein gutes Dutzend. Auch an Songwritern (na, meine Damen und Herren, Sie erwarten doch nicht, dass Miss Gomez selbst schreibt) gibt es eine illustre Ansammlung, darunter auch jeweils ein Werk von Pixie Lott („We own the night“, bei dem sie auch mitsingt), Kate Perry („That's more like it“), sowie das ungemein nervige „Whiplash“, dass sogar von Britney Spears mitgeschrieben wurde.

Für einen jungen, Pop-verliebten Teenager ist „When the Sun goes down“ bei weitem nicht die schlechteste Wahl, zwar nervt der ein oder andere Eurotrash-Einfluss gewaltig (Selena Gomez überzeugt allein stimmlich sehr viel mehr in den natürlicheren Songs), aber sobald das wegfällt, hat man es mit einem sehr wohl unterhaltsamen Popalbum für Teens und mehr zu tun, das mit Songs punktet wie „Who says“, der die obligatorische „Glaub an dich, lass dich nicht unterkriegen, du bist perfekt wie du bist, bla bla bla“-Message vermittelt. Bevor man mich hier falsch versteht, als ungelenker Teenager wäre Selena Gomez und Ihre Band mit Sicherheit in meiner spärlichen CD Sammlung gelandet.

Nur live sollte sie noch etwas üben, sonst müssen demnächst die Backgroundsängerinnen den gesamten Gesang übernehmen.

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Nachdem bekannt wurde, dass „The Wizards of Waverly Place“ demnächst mit der vierten Staffel das Finale erreichen würde, muss sich Selena wohl nicht darum sorgen, was danach kommt. Als Schauspielerin, Musikerin und ob ihrer vielen Charity Einsätze mehr als beliebt auch bei Eltern und Großeltern der Waverly Place Fans, dürfte sie sicher durch ihre Zwanziger segeln. Das Ausbleiben von großartigen Skandalen, die Justin Bieber Scharade einmal abgesehen, ist zusätzlich hilfreich. Was aus „The Scene“ wird, bleibt jedoch ungewiss…

Tracklist:
01. Love you like a love song
02. Bang Bang Bang
03. Who says
04. We own the night (ft. Pixie Lott)
05. Hit the lights
06. Whiplash
07. When the sun goes down
08. My dilemma
09. That's more like it
10. Outlaw
11. Middle of Nowhere
12. Dices (Who says auf spanisch)

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