Schon vor der WM: Deutschland vs. Polen.

Nachvollziehbar ist der
Unmut Polens in der Angelegenheit des Vertriebenenzentrums. Da wurde gerade in
jüngster Vergangenheit zu viel Porzellan zerschlagen. Ein Zentrum, dass allein
die Leiden der deutschen Flüchtlinge zeigt, würde der historischen
Wahrheit nicht gerecht. Zum ganzen Bild gehört auch, zu zeigen wer den Krieg
begonnen hat und damit auch originär für das Leid der Flüchtlinge
verantwortlich ist. Dies haben mittlerweile auch die Beteiligten Deutschen
eingesehen und planen nun ein europäisches Zentrum über die Vertreibungen.
 
Ein wirkliches Problem
stellen allerdings andere Konflikte dar. Zum einen ist da die alte polnische Angst
vor der Einkreisung. Grade in letzter Zeit wurde diese durch die kumpelhafte
Beziehung zwischen Altkanzler Gerhard Schröder und dem „lupenreinen Demokraten“
(Schröder) Wladimir Putin erneut geweckt. Durch den Bau der Ostseepipeline
wurde dieses Thema erneut angeheizt.
 
Das nächste Problem betrifft
die EU. Polens neuer Präsident sieht in ihr ein „künstliches Gebilde“, das droht ein „Superstaat“ zu werden.
Dass Polen in ganz erheblichem Umfang von der EU Mitgliedschaft profitiert,
scheint er dabei zu verdrängen. Stattdessen orientiert er sich lieber in
Richtung USA. Diese sei insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zu Russland
unentbehrlich. Die Spaltung Europas, in ein altes, integrationserfahrenes und
ein neues, integrationsskeptisches, tritt erneut zu Tage.
 
Lösungen dieser Probleme
sind im Moment nicht zu erwarten. Auch die bemüht freundliche Atmosphäre auf
politischer Bühne und die weitgehend wohlwollende Berichterstattung in den
deutschen Medien (der Bericht der NZZ liest sich dagegen wesentlich kritischer),
werden dazu nichts Substantielles beitragen. Die wirklichen Probleme harren
derweil der Lösung, bleibt zu hoffen, dass sie alsbald angegangen werden.

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