Saddam Hussein fällt US-Truppen in die Hände

Auf den Tag genau vor zehn Jahren endete die Karriere von Saddam Hussein endgültig und ziemlich unrühmlich. Der einstmals nahezu allmächtige Präsident des Iraks wurde von US-amerikanischen Soldaten festgenommen. Wie sich die Ergreifung wirklich zugetragen hat, dazu gibt es unterschiedlichen Darstellungen.

Die offizielle Version der USA lautet so: Saddam Hussein wurde am 13. Dezember 2003 in dem rund 15 Kilometer von seiner Heimatstadt Tikrit entfernt gelegenen Dorf Dur von US-Soldaten festgenommen. Der gestürzte Diktator habe sich zuletzt in einem winzigen Erdloch versteckt gehalten. Als Soldaten das Erdloch unter die Lupe genommen hätten, soll sich Saddam sofort kampflos ergeben haben.


Zweifel am offiziellen Ablauf der Festnahme

Sowohl Saddam als auch sein Anwalt bestritten, dass sich die Ergreifung so zugetragen hat. 2005 erklärte auch der mittlerweile aus dem Militärdienst ausgeschiedener, angeblich an der Festnahme Saddams beteiligte US-Soldat Nadim Abou Rabeh, dass die offizielle Darstellung nicht stimmt. Vielmehr habe Saddam zum Zeitpunkt seiner Ergreifung in einem Haus gewohnt, zudem seien die Amerikaner bei seiner Ergreifung auf Widerstand gestoßen. Gegen diese Version spricht, dass Saddam auf den nach seiner Ergreifung gemachten Fotos extrem heruntergekommen und ungepflegt aussieht.

Urteil: Tod durch Strang

Wie es mit Saddam weiterging, gilt als gesichert. Ein Sondertribunal verhörte den verhafteten Ex-Diktator, am 19. Oktober 2005 begann in Bagdad der Prozess gegen Saddam und sieben Mitangeklagte. Am 5. November 2006 wurde der ehemalige Präsident des Irak zum Tode durch den Strang verurteilt. Seinem Wunsch, erschossen und nicht „wie ein gewöhnlicher Verbrecher“ gehängt zu werden, entsprach das Gericht nicht.

Würdelose Hinrichtung des Ex-Diktators

Das Urteil wurde am 30. Dezember 2006 kurz nach 6:00 Uhr Ortszeit vollstreckt, die Hinrichtung wurde gefilmt. Ein Video, das die letzten Minuten Saddams zeigt aber nicht die Hinrichtung selbst, wurde den internationalen Medien zur Verfügung gestellt. Wenig später tauchte im Internet aber auch ein Amateurfilm auf, in dem die komplette Hinrichtung zu sehen ist. Dieses Video sorgte für große Empörung. Es dokumentierte, dass Saddam – entgegen der offiziellen Darstellung –vor und während der Exekution beschimpft und gedemütigt worden ist.

Der Leichnam Saddams wurde in seinem Geburtsort, einem Dorf namens al-Audscha in der Nähe von Tikrit, beigesetzt.

Foto: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

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