Russland: Demokratie oder Diktatur?

Naja, wer was glaubt, ist
für den geneigten Beobachter nur unschwer zu erraten. Natürlich sieht unser Ex-Kanzler,
das Land seines Kumpels
(„lupenreiner Demokrat“), Wladimir Putin, auf dem richtigen Weg – hin zu
Demokratie und Wohlstand. Es ist nicht seine Auffassung, dass Russland
unter
Putin einen undemokratischen Weg eingeschlagen habe, so Schröder
gegenüber dem Handelsblatt.
 
Ganz im Gegenteil, er gehört
„zu
denen, die nach wie vor der Auffassung sind, dass der russische
Präsident der Garant für eine demokratische Entwicklung des Landes ist.“

Für das negative
Russlandbild hierzulande, macht der ehemalige Medienkanzler, na klar, die
Medien verantwortlich. Ihm, dem weltläufigen Mann von Format, sollte allerdings
doch auch schon mal die Redewendung „Don`t blame the messanger!“ untergekommen
sein. Denn in aller Regel sind ja nicht die Überbringer der schlechten
Nachrichten für diese verantwortlich – im Gegenteil, sie berichten ja nur
darüber. Genauso verhält es sich auch in diesem Fall. Wer immer noch Zweifel
hat, schaue bitte hier.

Ähnlich sieht das auch der
ehemalige Premier Kasyanov. Gegenüber der „Times“ 
äußerte er die Befürchtung, Russland befinde sich auf demselben Weg wie
Weißrussland – geradewegs in die Diktatur. In Russland gebe es weder
Pressefreiheit, noch eine unabhängige Justiz und die öffentliche Meinung werde
obendrein auch noch manipuliert.
 
Kasyanov, früher ebenfalls
Teil des Systems Putins werden Ambitionen nachgesagt, dessen Nachfolger werden
zu wollen. Seine Kritik ist demzufolge nicht ganz uneigennützig. Außerdem
steht „Micha 2%“, wie er von einigen, ihm weniger wohl gesonnen, Zeitgenossen
genannt wird, im Verdacht der Korruption. Er soll in seiner Zeit als Premier
bei der Vergabe von Staatsaufträgen, regelmäßig 2% in die eigene Tasche
abgezeigt haben.
 
Egal wie man es dreht, auch
das ist nicht gerade ein Ausweis von Demokratie.
Oder Herr Schröder?

3 Meinungen

  1. Mann oh Mann, jetzt wird Mütterchen Russland in grossdeutscher Arroganz hier an’s Kreuz genagelt. Aber das ist typisch. Sich in der heilen Welt abducken und mit erhobenem Zeigefinger auf die Fehler anderer hinweisen, anstatt erst mal vor der eigenen Tür zu kehren. Na und? Diktatur in Russland, wen juckt’s? Wenn das russische Volk sich das bieten lässt, weil es nie etwas anderes kennengelernt hat, als Diktaturen oder Despoten, dann soll’s so sein. Zum Glück wird niemandem einfallen, mittels Krieg Russland in diktatorischer Manier eine Demokratie aufzwingen zu wollen. 😉 Haben Sie William Randolph Hearst gelesen? Dann wissen Sie, welche Macht Medien haben und dass sie bis zum Krieg ein Volk beeinflussen können. Sich auf die Position eines „Boten“ zurückzuziehen, ist gerade für deutsche Medien falsch. Unsere Spiegelchen&Co schiessen gerne gegen Russland und gegen die USA. Fragt sich nur warum? Finden die keine Stories am heimischen Herd oder ist es Ablenkung? siehe auch Davids Medienkritik

  2. Nein, habe ich nicht gelesen. Dass Medien Macht haben ist mir allerdings durchaus geläufig. (Davids Medienkritik kenne ich übrigens auch…) Dass die Medien auch Stories am heimischen Herd finden, kann man täglich in den tlw. ausufernden Innenpolitikseiten der Tageszeitungen sehen. Dennoch leben wir ja wohl kaum auf einer Insel der Glückseligen. Uns sollte auch interessieren was um uns herum passiert! Mich zumindest interessiert es.Und was sollen wir denn bitte vor unserer eigenen Türe kehren? Klar, nicht alles ist perfekt, aber im Großen und Ganzen kann man doch wohl zufrieden sein – oder? Ich verweise da gerne erneut auf Freedom House…Zum Thema Russland: Und nur weil ein Land leider nichts anderes kennt als Dikataturen und Despotien heißt es doch wohl noch lange nicht, dass dies auch so bleiben muss. Das war schon immer, das muss so sein – mit Verlaub, das ist doch kein Argument! Hätten die Amis dass nach WK II gesagt, würden wir wahrscheinlich heute unter Hammer und Sichel leben, oder unter einer anderen Diktatur…Grade Deutschland ist doch weil ein gutes Beispiel, wie ein Land demokratisiert werden kann und eine konstruktive Rolle in der Welt wahrnehmen kann. Außerdem gibt es erntszunehmende wissenschaftliche Untersuchungen, die nahe legen, dass Demokratien tendenziell weniger Kriege (untereinander) führen und somit eine konstruktivere Rolle in der Welt spielen. Und dass Russland unter Putin in die eindeutig falsche Richtung strebt, steht für mich außer Frage!

  3. Anastasia Ilinski

    Warum soll ein land Demokratisiert werden welches auf dem weg nach oben ist? Unter Jelzins „Demokratie“ hungerte das Volk. Jetzt geht es ihm gut. Putin wird gewählt. Die Russen bekommen regelmäßig Lohn…das war zu „demokratischen“ Zeiten nicht so. Demokratie herrschte dort auch nur, weil die Amerikaner dieser Meinung waren denn die deutschen Medien berichten nur über die eine Meinung..die der Amerikaner..als Deutscher hat man kaum eine Möglichkeit sich eine objektive Sicht zu verschaffen. Ich habe Verwandte in Russland und weiß daher wovon ich rede.
    Russland hat es außerpolitisch nicht so weit gebracht…aber was für Putin zählt ist eben das Wohlergehen seines Landes, was meiner meinung nach auch völlig richtig ist.

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