Römer, Studenten, ?mitholen?: Willkommen in Trier

Die Stadt in der Nähe von Luxemburg im Westen von
Rheinland-Pfalz ist eine Studentenstadt und ein Touristenmagnet. Die Besucher
drängen und schieben sich durch die Innenstadt. Besonders attraktiv scheint die
alte römische Stadt für Chinesen zu sein, die einen großen Teil der Touristen
ausmachen. Das liegt aber wohl weniger an den Römern, als an Karl Marx, der
hier geboren wurde.
 

Achtung Dialekt

 
Vor einem Trierbesuch sollte man wissen, dass im Trierer
Dialekt das Verb nehmen durch holen ersetzt wird, denn dies kann leicht zu
Verwirrungen führen, etwa wenn man  Sätze
wie die folgenden hört: „Die Pommes zum mitholen?“, „Ich hab 5 Kilo abgeholt“
oder wenn man von der Bevölkerung dort nicht ernst geholt wird. Die Spinnen die
Trierer, oder waren es die Römer?
 

Römer sein in Augusta
Treverorum

 
Als ich meinen Freund Christoph zum ersten Mal besuchte,
wollte ich natürlich wie jeder gute Besucher alle Sehenswürdigkeiten Triers
sehen. Also schmiss ich mich ins Getümmel, um zu erfahren, wie die Römer so in
Augusta Treverorum, dem späteren Trier, gelebt haben.
 
Als erstes widmete ich mich den drei Thermen: Barbarathermen,
Kaiserthermen und Thermen am Viehmarkt. An der Kasse wurde ich positiv
überrascht: Es gibt eine Sammelkarte, die nicht besonders teuer ist, mit der
man in alle römischen Sehenswürdigkeiten Eintritt hat. Das sind: Porta Nigra,
Kaiserthermen, Barbarathermen, Amphitheater, Thermen am Viehmarkt sowie zwei
Bauwerke außerhalb von Trier, das Klause Kastel und die Römische Villa Otrang. Wenn
man nicht ziemlich viel Zeit hat, ist die Besichtigung all dieser Gebäude natürlich
nicht zu schaffen, aber versuchen kann man es ja. Außer der römischen Villa
habe ich inzwischen –  allerdings bei
mehreren Besuchen – alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert.
 

Die Kaiserthermen

 
Am beeindruckendsten fand ich die Kaiserthermen. Sie sind
wirklich imposant groß und wildromantisch mit ihren von Pflanzen überwucherten Gebäuderesten
aus rotem Stein. Man kann sogar durch unterirdische, nicht beleuchtete Gänge
gehen, durch die damals die Sklaven und Bediensteten wandern sollten, damit die
Thermengäste nicht von ihnen „gestört“ werden würden. Der Clou bei den Kaiserthermen
aber ist, dass sie nie in Betrieb waren. Das imposante Bauwerk brachte es also
nie zu mehr als einer schönen Fassade. Mein Wissen von den Thermen habe ich von
einem netten alten Herrn, der gerade eine Privatführung für seinen Besuch durch
die Therme machte. Er war wirklich ein wandelndes Lexikon. Der Mann wusste
scheinbar alles über die Römer. Mein Freund und ich schlossen uns daher einfach
der Gruppe an, um an seinem Wissen teilzuhaben. Ohne Führung ist man in den
Trierer Sehenswürdigkeiten auch verloren, denn so lange man auch sucht, es sind
keine Informationstafeln zu finden. So geht man nur staunend über das Gelände,
ohne zu wissen was man jetzt eigentlich sieht. Schade. Das Geld hätten die
Betreiber nun wirklich aufbringen können. Wie teuer können ein, zwei
Informationstafeln sein?!  
 
Dafür ist Geld da, um den Eingangsbereich der Kaiserthermen zu
rekonstruieren. Er soll wohl der römischen Architektur nachempfunden sein,
allerdings sieht er momentan eher aus wie ein hässlicher Betonklotz. Kein Stück
römisch und auch kein bisschen schön. Na, man darf gespannt sein was da wohl
rauskommt.

2 Meinungen

  1. Ich habe gerade folgenden Artikel vom Zwiebelfisch gelesen und musste an meinen alten Beitrag hier denken. 😉 Da musste ich den Link gleich mitholen.

  2. Guter Artikel! Vor allem für Leute, die sich noch nicht so gut in Trier auskennen. Die Fakten zum Dialekt haben mir am besten gefallen. Wenn ihr mehr Infos zu Trier sucht, lohnt es sich, auch mal auf askalo vorbeizuschauen.

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