Rocky und Rambo: Die Rückkehr

Im Sommer 1985 war Sylvester Stallone ganz oben. Kommerziell beherrschte er mit der vierten Rocky und der zweiten Rambo-Folge die noch jungen Multiplexe, ideologisch waren seine reaktionären Figuren und ihre Kämpfe gegen die Schergen des Kommunismus Symbolfiguren für die Reagen-Ära.

Nicht umsonst verstieg sich der damalige Präsident einmal zu der Aussage er habe gestern Abend Rambo gesehen und wüsste jetzt, wie er die nächste Krise bewältigen würde. Jeweils eine Fortsetzung folgte noch, doch mit Stallones Kariere ging es den Bach runter. Ein Versuch sein hartes Image mit der Rolle eines gebrochenen Kleinstadt-Cops zu dekonstruieren brachte ihm zwar einiges Kritikerlob ein, trug jedoch keine weiteren Früchte.
Jetzt aber soll alles anders werden. Der sechste Rocky Film ist abgedreht und kommt Weihnachten in die amerikanischen Kinos und auch Rambo wird wohl bald wieder durch den Dschungel robben. Was man allerdings davon halten soll, was sich der inzwischen sechzigjährige Schauspieler und Drehbuchautor da selbst auf den Leib schreibt bleibt offen. Wie der Trailer zu Rocky Balboa (hier) – so der offizielle Titel – klar macht, wird Rocky im Gegensatz zu Teil Fünf, wo er einen jungen Kämpfer protegierte, wieder selbst in den Ring steigen um ein diesmal wirklich allerallerletztes Mal zu kämpfen. Immerhin sehen Stallones Muskeln, die in Get Carter noch von krampfartigen Venen durchzogen waren, wieder halbwegs normal aus. (Wobei „normal“ bei Stallone natürlich immer relativ war.)
Während der italienische Hengst also noch einmal zu heroischer Musik die Treppen des Rathauses von Philadelphia hinaufjoggen darf, wird es Rambo, unseren liebsten reaktionären Vietnamveteran, offenbar nach Burma verschlagen. Eine logische Wahl, so viele südostasiatische Länder in denen Militärregime an der Macht sind gibt es schließlich auch nicht mehr. Als eine Gruppe von „Freiwilligen“, die Hilfsgüter nach Burma schaffen entführt wird, bittet der Vater eines Opfers Rambo um Hilfe. Leider verlangt das moderne Marketing nach Futter für viele Zielgruppen und so wird sich Rambo nicht mehr als schweigsamer Einzelkämpfer – höchstens begleitet von seinen Heroismus bewundernden Einheimischen, denen er in Zen-artigen Einzeilern die Welt erklärt – auf den Weg machen, sondern als Anführer einer Gruppe von jungen Söldnern. Ob dieses Projekt allerdings realisiert wird bleibt abzuwarten. In den letzten Jahren kursierten mit schöner Regelmäßigkeit immer neue Rambo-Plotlines, aus denen dann doch nie etwas wurde. Eigentlich Schade, denn so reaktionär und absurd die Rambo-Filme auch waren, an unvergesslichen Dialogen wie diesem würden wir uns gerne wieder erfreuen:

Mudschaheddin: Was ist das?
Rambo: Blaues Licht.
Mudschaheddin: Und was macht es?
Rambo: Es leuchtet blau.

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