Postnatale Depression: Symptome und Behandlung

Neun Monate lang wächst im Körper der Frau das Kind heran – neun Monate voller Hoffnungen, Erwartungen und Ängste. Dann endlich ist es so weit: Mutter und Kind sind nach den Strapazen der Geburt wohlauf, das neue Leben kann beginnen.

Doch plötzlich fühlt sich all das Glück nicht mehr so glücklich an. Müdigkeit, Trost- und Hoffnungslosigkeit können erste Anzeichen einer postnatalen Depression sein. 

Tatsache ist, postpartal sind 80% der Mamas in den ersten Tagen nach der Entbindung vom Babyblues betroffen. Der geht meist nach einigen Tagen wieder vorüber. Doch was, wenn nicht?

Wenn trotz aller Vorfreude und den allerbesten Vorbereitungen plötzlich alles grau und trostlos erscheint, kann es sich auch um eine postnatale Depression handeln.

postnatale Depression – die Symptome

Der Körper fühlt sich wund an, die Brüste scheinen zu platzen und aus den Brustwarzen sprießen gefühlte Stricknadeln.

Das Baby schläft nicht durch, schreit oft ohne ersichtlichen Grund und an Erholung ist nicht zu denken. Das ist die Kehrseite der wunderbaren Mama-Welt. Und plötzlich schläft man auch nicht mehr ein, wenn man es endlich könnte.

Man reibt sich auf mit Gedanken an das „wie soll das weitergehen?“, „werde ich das durchhalten?“.

Es folgen Schlafstörungen und Alpträume. Am nächsten Tag dann Müdigkeit und Erschöpfung und natürlich eine gewisse Traurigkeit darüber, weil man scheinbar gar nicht so gut funktioniert, wie man sich das immer in seinen romantischen Träumereien vorgestellt hat.

Das reale Leben mit Baby ist anders als erwartet, oft fehlt es auch an Hilfe und Verständnis von außen.

Die Gefühle der Mutter sind oft ambivalent, einerseits fühlt sie sich gegenüber Ihrem Kind schuldig, macht sich Selbstvorwürfe, andererseits wird sie erschlagen vom Gefühl, sich selbst aufgeben zu müssen und leidet vielleicht auch unter schlechten oder falsch verstandenen Ratschlägen und zu wenig Hilfe von außen.

Diese Traurigkeit kann sich über Tage ziehen und in eine postnatale Depression oder gar in eine schwere Psychose steigern. Anzeichen sind oft wachsende Lethargie und sogar Selbstmordgedanken.

Körperliche Anzeichen für eine postnatale Depression sind z.B. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, extreme Reizbarkeit, Taubheitsgefühle, Schwindel, Zittern, usw.

Eskaliert die Depression weiter besteht das Risiko, dass die Frau Selbstmord begeht. Im extremen Fall (d.h. ein Fall von 100.000 postnatalen depressiven Erkrankungen) tötet die Mutter sogar ihr eigenes Kind.

Hilfe und Behandlung

Je früher, die Mutter erkennt was los ist und (auch mit Hilfe Außenstehender) versucht, gegenzuarbeiten, desto besser.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle. Suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Partner, fragen Sie die Hebamme um Rat, gehen Sie zum Arzt. Seien Sie offen und nehmen Sie Hilfsangebote an. Eine Depression ist keine schlechte Laune, sondern eine Krankheit für die Sie nichts können, aber Sie müssen Ihr entgegen wirken.

Sport treiben, z.B. schwimmen. Sportliche Betätigung kann Depressionen mildern. Auch wenn es schwer fällt: Lassen Sie sich nicht gehen. Gönnen Sie sich schöne, wohl duftende Körperlotionen, Gesichtsmasken, Peelings etc. Machen Sie sich schön, gönnen Sie sich einen Tag oder einen Abend Auszeit an dem das Baby bei Papa bleibt oder eine andere Person für das Baby sorgt. Tragen Sie Make-up auf, frisieren Sie sich die Haare, machen Sie sich hübsch.

Gönnen Sie sich auch zwischendurch Zeit für sich. Wenn Baby am Tage schläft, so legen Sie sich ebenfalls hin, versuchen Sie zu schlafen oder lesen Sie ein Buch. Sie brauchen auch Zeiten für sich allein, und wenn es nur 1 Stunde ist, bitten Sie andere um Hilfe.

Damit Sie mit dem Haushalt Entlastung bekommen, versuchen Sie eine von der Kasse bezahlte Haushaltshilfe zu bekommen, diese kümmert sich um alle Erledigungen und hilft auch mit dem Baby. Sie wird durch den Hausarzt oder Frauenarzt verschrieben.

Eventuell werden Sie ein unterstützendes Medikament oder eine Therapie brauchen, fragen Sie Ihren Arzt. Keiner wird Sie deswegen verurteilen, seien Sie unbesorgt.

Stellen Sie nicht zu hohe Anforderungen an sich selbst. Bleiben Sie realistisch was die Gewichtsabnahme nach der Geburt betrifft, Stillen hilft beim Abnehmen, aber haben Sie einfach Geduld! Seien Sie geduldig mit sich, dem Baby und der Depression, die nicht von heute auf morgen verschwinden wird.

Unternehmen Sie schöne Dinge, genießen Sie die Wärme und die Liebe, das Vertrauen Ihres Babys, machen Sie schöne Fotos vom Baby, besuchen Sie Pekip oder Babyschwimm-Kurse, tauschen Sie sich mit anderen Müttern aus und unterstützen Sie gute Stimmungen mit schöner, beruhigender und aufmunternder Musik, z.B. Meditationsmusik, aber auch mal etwas aufweckendes wie sommerlaunige, kubanische Musik.

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