Passione

Mehr als ein Jahr lang hat er sich in die Welt der italienischen Musik hinein gehört, weshalb das Endergebnis ein bunter Mix aus klassischen Musikern, Straßenkünstlern und professionellen, kontemporären Künstlern ist. Im Schnitt mit alten Filmaufnahmen und Liveaufnahmen mit Torturro als begeisterten Hörer und mit viel Humor, ist „Passione“ eigentlich eher ein dokumentarisches Musikvideo, als eine reine Dokumentation.

Passione im Tanz

Ganz den Italienern entsprechend, kann der Film auch mal etwas sehr dramatisch herüber kommen, Musiker wie Tänzer leben alles durch die Musik aus und sind nicht so zurückhaltend wie die europäischen oder amerikanischen Künstler. Diese Tatsache mag auch das Publikum spalten, denn wenn plötzlich rassige Frauen in 90er Jahre Klamotte zu tanzen anfangen, während schmachtende Liebeslieder vorgetragen werden, ist es schwer, den nordländischen Zynismus weg zu packen und die Leidenschaft einfach nur zu fühlen. Stattdessen gestaltet sich „Passione“ immer mal wieder unfreiwillig komisch.

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Eine Doku mit Gefühl

Dennoch muss man Respekt vor Torturros Bemühen haben. Alleine das Herzblut, das hinter dem Projekt steckt, kann ein wenig darüber hinweg trösten, dass die „Dokumentation“ ein wenig Objektivität vermisst, so dass man den Film als durchaus umfassende Vorstellung der italienischem Musikszene verstehen kann, die auch die historischen Aspekte beleuchtet, aber tendenziell etwas pathetisch wird, wann immer der Hintergrund der Musik erläutert wird.
Als Fan der südländischen Musik ist „Passione“ daher genau das Richtige, um das Blut zum Kochen zu bringen und die Hüften schwingen zu lassen, für eine Musikdokumentation mangelt es jedoch an umfangreichen Stimmen zu Hintergründen selbst, so dass es am Ende doch nur ein schillernder Werbefilm der italienischen Musikindustrie ist.

Spaß bringt es trotzdem.

Ab dem 7.4.2011 im Kino

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