Pajala, Niemandsland zwischen Schweden und Finnland

Für Touristen und echte Nordlandfahrer ist die Gemeinde Pajala an der schwedisch-finnischen Grenze nicht unbekannt. Denn die Gegend,
etwa 100 Kilometer nördlich des Polarkreises, ist ein Angler- und Jägerparadies.
Zudem steht in Pajala eine der größten Sonnenuhren der Welt. Diese funktioniert
allerdings nur im Sommer, da dann aber sehr gut. Wie allgemein bekannt geht im
hohen Norden die Sonne im Sommer nie unter. Ein herrliches Schauspiel, das man
mindestens einmal im Leben miterlebt haben muss! Dagegen weniger erfreulich ist
der Winter, in dem die Sonne nie wirklich aufgeht. Von Anfang Dezember bis Ende
Januar bleibt es durchgehend dunkel. Man kann sich vorstellen, dass das Leben
in diesem Teil der Welt eine echte Herausforderung ist, von der der Urlaub nur
einen kleinen Eindruck vermitteln kann.
 
Doch nichts desto trotz hat die Landschaft im Norrbottens
län ihren Charme. Sie beeindruckt durch Extreme, wie dem höchsten Berg, dem
Kebnekaise (2.111 m) und dem tiefsten See Schwedens, dem Hornavan (232 m). Raue
Schönheit und weitestgehend unberührte Natur mit seltenen Tieren und Pflanzen zeichnen
die Gegend aus.
 

Finnen oder Schweden?

 
Nicht nur Landschaftlich, sondern auch Kulturell ist Pajala
etwas Besonderes. Die Grenzbevölkerung spricht samisch, schwedisch und
finnisch. Und die Einwohner wissen genau was einen echten hurti (rustikaler Hinterwäldler) ausmacht. Wodka geht zu jeder
Tageszeit und wird aus Wassergläsern getrunken, ein echtes Fest endet mit
Wettsaunen, Bücherlesen ist unmännlich und Familienfehden werden auch nachdem
alle vergessen haben worum es eigentlich ging weitergeführt. Viele Jugendliche
ziehen fort. So bleibt die kinderreiche Gegend weiterhin wenig besiedelt. Auf
einer Fläche von 7.900 Quadratkilometern leben nur 7.600 Einwohner in Pajala. Trotzdem
ist die Arbeitslosigkeit hoch.
 

Nobelpreis für Niemi

 
Zwar betrachtet die schwedische Regierung die
Tornedal-Finnen als einen Teil der Urbevölkerung und nicht als nationale
Minderheit, jedoch werden sie wenig von der Gesamtbevölkerung wahrgenommen. Erst
Mikael Niemis Buch „Populärmusik aus Vittula“ schaffte es das Niemandsland in
das schwedische Nationalbewusstsein einzuschreiben und löste einen regelrechten
Tornedal-Hype aus. Für diese Integrationsleistung hätte Niemi eigentlich einen
Literaturnobelpreis verdient. Auch wirtschaftlich geht es der Gegend nun
besser, da Touristen in Bussen vorfahren, um Ort und Leute der Geschichte zu
sehen. Das lokale Selbstvertrauen wurde gestärkt.

2 Meinungen

  1. Hallo,

    immer wieder schön wirklich unbekannte Ziele beschrieben zu sehen. Genau das ist doch das schöne am bloggen und am Internet. Pajale ist definitiv ein Ziel das ich jetzt auf der Agenda habe.

    Gruß
    Weltreiselust

  2. Toll, genau solche Ziele suche ich. Es wäre schön, wenn noch beschrieben werden würde, wie man am besten anreisen kann und wie weit es bis zum nächsten Flughafen ist.

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