Neues Buch von Thomas Pynchon

Zuletzt erschien 1997 »Mason & Dixon«, die Geschichte der beiden Briten, die zwischen 1763 und 1769 die Grenze zwischen den US-Staaten Pennsylvania und Maryland vermessen haben, die bis heute als Grenze zwischen den Nord- und Südstaaten gilt.

Nun meldet SPIEGEL online heute, dass am 5. Dezember ein neuer Roman von Thomas Pynchon erscheinen soll: »Against the Day« wird er heißen, und er soll in den Jahren zwischen 1893 und 1918 in den USA und Europa spielen:

Doch
jetzt fand sich auf den Seiten der Internetbuchhandlung Amazon
plötzlich so etwas wie eine Inhaltsangabe für das neue Buch – offenbar
vom Meister selbst verfasst. Darin ist zu lesen, dass er ein
Zeitportrait der Jahre zwischen der Weltausstellung in Chicago 1893 und
dem Ende des Ersten Weltkrieges verfasst hat. Der Roman wird in
Colorado, New York, London, Göttingen, Venedig und Wien spielen und
wird bevölkert sein von Figuren wie Anarchisten, Spielern, Spionen und
Mathematikern. Wörtlich heißt es: „Sollte dies nicht die Welt sein,
dann ist es zumindest die Welt, wie sie sein könnte, wenn man ein, zwei
Dinge darin verändert. Manche sagen, genau das sei die Aufgabe der
Literatur.“

So wie Pynchons bisherige Bücher sind, dürfte es kaum bei ein oder zwei Dingen bleiben. Wir dürfen gespannt sein.

4 Meinungen

  1. Das klingt ja mittlerweile so, als ob Pynchon plant, sämtliche zeitgeschichtlich (und wissenschaftlich) halbwegs interessante und von Kollegen bisher vernachlässigte Ära fiktional auszuschlachten. Nachdem ich Vineland noch als nettes Zwischenerzeugnis meines einstigen Lieblingsautors (V, Versteigerung von No. 49, Enden der Parabel) gewertet hatte, war Mason & Dixon dann doch DIE Riesenenttäuschung: Ein 1000-Seitiger Mummenschanz, eine historiographische Nummernrevue angereichert mit barocken Flachwitzen und musealen Kreuzworträtseln, an denen vielleicht einzig der späte Arno Schmidt oder sein klandestines Entzifferungssyndikat Vergnügen gehabt hätte. Aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht gelingt es Pynch ja, sich mit „Gegen den Tag“ aus dem Labyrinth seiner Zettelkästen zu befreien und endlich mal wieder ein gutes Buch abzuliefern.

  2. Mir hat »Mason & Dixon« einigen Spaß gemacht, wenn ich auch zugeben muss, das Buch damals nicht zu Ende gebracht zu haben, weil mir das Englische damals zu anstrengend war. Seitdem habe ich immer mal vor, es auf Deutsch nochmal anzufangen und komplett zu lesen. Nun gehöre ich aber auch in das weitere Umfeld des klandestinen ASDS (Arno-Schmidt-Dechiffrier-Syndikats, das durchaus nicht Arno Schmidt gehörte und überhaupt nie wirklich existiert hat), daran mag es liegen. Nur bringen solche Schubladen zumeist gar nichts. Womit nicht gesagt sein soll, Dir müsse M&D gefallen, nur eben, dass es nicht schon deshalb ein schlechtes Buch für alle anderen sein muss.

  3. Nein, Schubladendenken liegt mir so was von fern 😉 Allerdings muss ich zugeben: ich pflege das Vorurteil, dass Pynchon schon eine spezial gelagerte Leserschaft – die berüchtigten „happy few“ – um sich versammelt und dazu würde ich eben auch Euch vom Bargfeld-Clan zählen – M&D ist halt der Ursprung meiner enttäuschten Liebe – Stingl hat zwar wunderbar übersetzt und es gibt viele Passagen, die man sich genussvoll laut vorlesen sollte, aber der zweite (Amerika-)Teil hätte doch ein kürzungsfreudigeres Lektorat benötigt…

  4. Nur, um keine langfristigen und dann lästigen Vorurteile aufkommen zu lassen: Ich gehöre zu keinem Bargfeld-Clan, weder zur Bargfelder (Stiftung), noch zur Bielefelder (ASDS), Frankfurter (GASL) oder Münchner (ASml) Fraktion.

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