Mystery, nächste Generation: ProSieben zeigt ‚4400‘

Es kommt Gewaltiges auf die Erde zu. Ein Feuerball rast durch den Weltraum, auf Kollisionskurs mit unserem Planeten. Die Atommächte feuern ihre Raketen auf den vermeintlichen Kometen – die Explosionen verpuffen erfolglos. Kurz vor dem Einschlag auf der Erde stoppt das gleißend helle Geschoss. Ein Blitz, ein Knall und das Ding aus einer anderen Welt ist wieder verschwunden. Was bleibt, sind 4400 Menschen, die seit Jahren als vermisst gelten und wie aus dem Nichts auftauchen.

Lebende Tote? Aliens? Opfer einer intergalaktischen Entführung? Die US-Heimatschutzbehörde kaserniert die 4400 Rückkehrer und stellt nach sechs Wochen Interviews und Tests nur fest: Die wiederauferstandenen und nicht einen Tag gealterten Bürger haben wenigstens keine ansteckenden Krankheiten mitgebracht. Also werden sie auf die restliche Menschheit losgelassen. Ein Amtsversagen erster Güte, denn schon nach kurzer Zeit steht fest: Die Rückkeher haben nicht nur eine ungeklärte Vergangenheit im Nichts, sie verfügen über Wahnsinns-Fähigkeiten, die alles andere als menschlich sind. Blut fließt, es gibt Tote, eine hässliche Affäre.

Das ist der Auftakt der neuen Mystery-Serie „4400“ auf ProSieben, die am 8. Mai (um 20.15 Uhr) startet. Eine Serie mit Suchtpotenzial – und das sagt einer, der sonst kein Mystery-Fan ist. Wie es sich für das Genre gehört, ist die Szenerie
in bedeckte Farben getaucht, bestimmen harte Kontraste das Bild, das Unheil dräut am Himmel und bald hinter jedem Busch. Wie in „Akte X“ haben wir es bei „4400“ mit einem gemischtgeschlechtlichen Ermittlerteam zu tun, einer kühlen Wissenschaftlerin (Jacqueline McKenzie) und einem pragmatischen FBI-Mann (Joel Gretsch), dem die übermenschliche Aufgabe zufällt, das Rätsel der Rückkehrer zu knacken.

So weit, so standardmäßig. Was wirklich fesselt, sind die Schicksale der Rückkehrer. Harte Geschichten vom Fremdsein im eigenen Land oder, wenn man so will, von heimatlosen Einwanderern. Wie die von der kleinen Maia (beunruhigend souverän gespielt von der elfjährigen Conchita Campbell), deren Eltern nach 60-jähriger Abwesenheit im All längst unter der Erde sind. Unter den Lebenden findet sie niemanden, der es mit ihrer Begabung aufnehmen kann. Denn die Waffen der Kleinen sind fürchterlich. Oder der schwarze GI, der 1951 im Koreakrieg verschütt ging – früher war er Zielscheibe rassistischer Kameraden, heute irrt er ziellos durch ein abweisendes Land. Aber sein Tag wird kommen. Einer seiner 4399 Leidensgenossen wird gar zum Amokläufer der dritten Art, als man ihm Würde und Beruf verweigert. Die unverstandenen Rückkehrer schlagen zurück,  sie sind unberechenbare Zeitbomben, welche den Zusammenhalt der „Einheimischen“ zu sprengen drohen. Da kann man mal sehen, wozu Einbürgerungstest taugen.

„4400“ wurde von Francis Ford Coppolas American Zoetrope für den Kabelsender USA Network produziert und bekam bislang drei Emmy-Nominierungen. Ab Juni läuft bereits die dritte Staffel auf USA Network. ProSieben zeigt nach dem Pilotfilm am 8. Mai weitere 17 Folgen jeweils montags ab 20.15 Uhr.

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