Mein Abend mit Tommy und Herrn B.

Auch Dieter Bohlen hat mal
klein angefangen – welch Überraschung. Der strenge Herr Vater ermahnte ihn
schon früh, etwas auf die hohe Kante zu legen, für schlechte Zeiten. Die ersten
drei Wiederholungen dieses „running gags“ waren noch ganz lustig, danach lief
er sich tot.

Nachdem Dieter die ersten
Jahre seines Lebens auf dem elterlichen Bauernhof überstanden hatte, musste
auch er in die Schule. Glaubt man dem Film, eine einzige Tortur. Dieter,  der
Klassenstreber, unbeliebt bei Mitschülern, den weiblichen im besonderen, und
Lehrern. Mag sein,  dass hier die Gründe für seinen späteren Lebenswandel liegen.
Vielleicht will er sich heute beim weiblichen Geschlecht en gros, für die
Zurückweisung in den frühen Jahren rächen. Vielleicht macht er deshalb alle Peinlich- und Nichtigkeiten aus seinem Liebesleben publik und  legt von den Gewinnen, die
dabei regelmäßig abfallen, die mahnenden Worte des Vaters im Ohr,  auch noch immer etwas auf die hohe Kante.

Über kurz oder lang gelangt
Dieter dann endlich (?) zur Musik. Er spielt mehr schlecht als Recht Gitarre,
aber den Mädels gefällts. Deswegen macht er weiter. Zu allem Überfluss trifft
er dann im Tonstudio auch noch Thomas Anders – Modern Talking ist geboren.

Bis hierhin war der Film
wenigstens bemüht und in Ansätzen recht lustig. Die Sprüche kamen ansatzweise flott daher
und auch für den Bildungsbürger, der sich aus Versehen zu RTL, den Hohe
Priestern der Kultur, verirrte, war etwas dabei – eine Anspielung auf Spitzwegs
„Armen Poeten“.

Dann kam irgendwann die
erste Werbeunterbrechung. Damit auch leider das Ende des Humors. Der Film
kreiste anschließend erst ausschließlich um Dieter und Naddel und dann um
Verona und Dieter. Dem geneigten BILD Leser alles schon hinlänglich bekannt.
Mit zunehmender Dauer wurde der Film immer eintöniger. Glücklich und erschöpft
registrierte ich das unvermittelte Ende um kurz vor Zehn.

Schnell zu „Wetten Dass…“
hinübergezappt, vielleicht geht da ja noch was und Tommy hat wenigstens nette
Gäste. Doch, o Graus, der Fernsehgott meinte es nicht gut mit mir. Die Gäste
bestenfalls Mittelmaß, nebenbei die nervende, obligatorische Eigenwerbung für
„das ZDF Fernsehereignis des Jahres“ („Dresden“) und die Wetten, naja,
Geschmackssache. Meine persönliche Lieblingswette: ein junger Mann schafft es
tatsächlich sich 16 (!) Maiskörner vermittels seiner Zunge in die Nase zu
schieben. Respekt! Auch wenn`s eklig ist.

Selbstredend überzog
Gottschalk. Der Beginn des Sportstudios, der einzige mediale Lichtblick des
Abends, verzögerte sich bis weit nach 23 Uhr. Doch nach der geballten Ladung
Samstagabendunterhaltung  hatte ich nicht mehr die Kraft mich darüber
aufzuregen.

2 Meinungen

  1. Der Dieter Film war lustig. Bin mit einer so lala Einstellung rangegangen und meine anfangs steinerne Mine verzog sich mit der Zeit zu einem Lächeln. Meine Familie und ich haben uns gut amüsiert, da die Geschichten die wir von dem Dieter aus der Bild-Zeitung kennen, so herrlich parodiert wurden.

  2. Einfach nur grottig schlecht dieser Film. Von Diedddaaa konnte der Zuschauer ja auch nichts anderes erwarten. So viel dazu…

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