Lotta aus der Nachmacherstraße

Eigentlich ist sie ja ganz süß, aber so wirklich ernst zu
nehmen ist Lotta nicht, jedenfalls nicht als Frau. Wenn nur diese Brille nicht
wäre, dann ginge es vielleicht einigermaßen, aber so eine Brille, die kann
einen ganz schön entstellen. Es hilft nichts, bleibt man halt allein und
schmachtet, himmelt und darbt. Das unabwendbare Schicksal des hässlichen
Entleins folgt den Gesetzen der Telenovela, schließlich ist der Schmachtfaktor
entscheidendes Qualitätskriterium dieser unsäglichen Form der TV-Unterhaltung. Eigentlich geht es Lotta aber ganz gut, zumindest
im Vergleich mit Kollegin Lisa Plenske, die auf Sat.1 ihr Dasein fristet. Die
trägt nämlich nicht nur das hässlichere Nasenfahrrad, sondern auch noch eine
Zahnspange, igitt!


„Wer
bin ich wirklich?“

Schade, dass Lotta und Lisa
sich nie begegnen werden, in nullkommanix wären sie beste Freundinnen. Die
beiden Brillenschlangen mit den ähnlichen Vornamen könnten einen
Mauerblümchen-Club aufmachen und gemeinsam mit ansehen, wie die anderen Girls
mit den tollen Boys rummachen. Zum Beispiel mit Lottas Schwarm Michael, der in
der Band von Popsternchen Alex spielt. Was ein Glück, dass Lotta dieser Alex
zum Verwechseln ähnlich sieht. So gelingt dem Entlein schließlich zeitweise die
wundersame Verwandlung zum Schwan, doch nur als Alex kann Lotta Michael aus
nächster Nähe anhimmeln. Ganz schön hart, so ein Doppelleben.



Die
Aschenputtelisierung des Vorabends

Der aktuelle Telenovela-Hype
ist ein erneutes Zeichen für die zunehmende Gleichmacherei der TV-Formate. Kaum
taucht etwas neues auf, schießen die Nachfolger wie Pilze aus den Senderböden.
Dabei gilt das Motto „besser gut kopiert als schlecht selbst ausgedacht“ nicht
nur für die Privaten, auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen haut solche
„neuen“ Ideen raus. Zum Beispiel die „Rosenheim-Cops“: Ein dicker bayerischer
Polizist denkt oft ans Essen, lebt mit einem Familienmitglied zusammen und hat
einen preußischen Assistenten. Es ist wirklich traurig zu beobachten, wie das
Fernsehen immer einfallsloser wird. Ob Dicken-Krimi Doku-Irgendwas oder
Emo-Trash – das Publikum für den Plagiat-Müll scheint es leider zu geben. Und
das ist wahrscheinlich noch tragischer als die Nachmacherei.

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