Loslegen mit Foucault: Dispositive der Macht

Die enthaltenen Gespräche, Interviews und Vorlesungen helfen, Begriffe und Ansätze zu klären, über die Foucault sein Großprojekt einer Analyse der Macht und ihrer Mechanismen entwickelt. Erklärtes Ziel ist nicht die Erstellung eines Systems, sondern die Konstruktion eines Instruments, „einer den Machtverhältnissen und den um sie herum ausbrechenden Kämpfen angemessenen Logik“. Zentraler Begriff darin: das Dispositiv. Verstanden als „Netz“, in dem Macht, Recht und Wahrheit verknüpft und Praktiken institutionalisiert sind, die menschliche und gesellschaftliche Bedürfnisse miteinander arrangieren. Sexualität ist so ein Dispositiv, Justiz ein anderes. Foucault betont die Heterogenität der im Dispositiv in Bezug gesetzten Elemente und dessen strategische Funktion als geschmeidiges Mittel der Unterwerfung und der Kontrolle (des Wahnsinns, der Triebhaftigkeit, der Revolte): „So kann dieser oder jener Diskurs bald als Programm einer Institution erscheinen, bald im Gegenteil als ein Element, das es erlaubt, eine Praktik zu rechtfertigen und zu maskieren …“ Während konventionelle Theorien der Macht darauf beschränkt bleiben, „ihre Genese aufzuzeigen und dann ihre Deduktion vorzunehmen“, geht Foucault aus von einem „(eher schlecht) koordinierten Bündel von Beziehungen“. Und verlockt zur Erkenntnis der multiplen Differenz und des mobilen Charakters des Dispositivs mit einem Versprechen: „Glaube daran, dass das Produktive nicht sesshaft ist, sondern nomadisch!“

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