Lick my book!

Pünktlich zum Festival essbarer Bücher am 1. April – eine Art weltweit zelebrierter literarischer Kaffeeklatsch, bei dem mächtige Torten in Buchform gereicht werden – verschafft sich Blake Eskin in der New York Times Book Review einen Überblick über das kulturgeschichtliche Phänomen der Bibliophagie. Vom rituellen Genuss beschriebener Oblaten bis hin zum zwangsverordneten Verzehr blasphemischer Texte reicht die Bandbreite: „Die Tibeter etwa nehmen gedruckte Mantras als Mittel gegen Epilepsie oder Vitaminersatz zu sich. Und ein Initiationsritus für junge ultra-orthodoxe Juden beinhaltet das Ablecken des mit Honig beträufelten hebräischen Alphabets und den Genuss eines hart gekochten Eis, das mit Versen aus dem Buch ‚Ezekiel‘ beschrieben ist.“ Editionsgeschichtlich interessant auch der Hinweis auf die verstärkte bibliophagische Neigung bei Kleinkindern als ein wichtiger Grund dafür, „dass so wenige Erstausgaben früher Klassiker der Kinderliteratur überlebt haben.“

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