Kummer mit Sternen und Kreuzen

Gründlich verstörend (besonders für US-Leser) findet Jonathan Freedland Noam Chomskys Generalabrechnung mit den USA „Failed States: The Abuse of Power and the Assault on Democracy“. Der Zeichentheoretiker Chomsky, schreibt Freedland in der N. Y. Times Book Review, entlarve das Selbstbild der USA als eines Leuchtfeuers der Freiheit und Demokratie als glatte Lüge. Das Buch eröffne dem Leser, dass diese Werte nur im Einklang mit strategischen und ökonomischen Interessen als solche betrachtet würden von einer Wirtschaftselite, die das Land und seine Politik dominiere. Wenn diese Abrechnung einen Trost enthalte, so Freedland, dann diesen: Die Amerikaner sind nicht das einzige böse Volk auf Erden.

Wenn sie ihn auch sicher weiter lesen werden, sollen ägyptische Leser Dan Browns Roman „The Da Vinci Code“ doch schon bald nicht mehr kaufen können. Nachdem die ägyptischen Behörden (und nicht etwa wild gewordene Kleriker) bereits die Filmadaption für den Index vorgemerkt hatten, ist jetzt auch die seit 2003 frei verkäufliche Romanvorlage ins Visier der Zensoren geraten. Für Kairos Wochenmagazin Al-Ahram dokumentiert Gihan Shahine eine Groteske, in der sogar die Muslimbrüderschaft Partei für eine vermeintlich verunglimpfte Christenheit ergreift. Ebenfalls zum Thema schreibt Salama A Salama: „Dass die Kreativität von höchster Stelle angegriffen wird und unsere Parlamentarier Weltliches und Geistliches verwechseln, ist traurig. Sie posieren als Schutzheilige der Gesellschaft, aber schweigen angesichts der schlimmsten Verstöße gegen die Freiheit, Würde und Seele der Nation.“

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