Karl Lauterbach ist auf dem Kriegspfad

(Foto: www.bundestag.de)

In einem Interview mit der Berliner Zeitung erklärte der SPD-Politiker, die Ärzte wollten im Zuge der Gesundheitsreform lediglich höhere Honorarforderungen durchsetzen. Nach Lauterbachs Aussagen beträgt das Durchschnittseinkommen eines niedergelassenen Arztes vor Steuern aktuell zwischen 8.000 bis 10.000 Euro. Hätten die Proteste der Ärzteschaft Erfolg, würde dieses Einkommen auf ca. 12.000 Euro ansteigen. Eigentlich bin ich kein Freund solcher Neid-Argumente, da diese Mehrkosten aber zu Lasten der Versicherten, Kranken und der Versorgungsqualität finanziert werden müssten, kann ich Lauterbachs Ärger gut nachempfinden.

Für die deutschen Ärzteschaft ist Lauterbach schon länger ein rotes Tuch. Bis in die 90er Jahre hatten 1er-Abiturienten ihr Medizinstudium mit der Aussicht auf garantierten Reichtum begonnen, da macht sich ein Kritiker des derzeitigen Abrechnungssystems nicht gerade beliebt. Immer wieder spricht der Störenfried von Zwei-Klassen-Medizin und stellt das heilige Honorarsystem in Frage. Privatversicherte zahlen heute das 2,3-fache von Kassenpatienten für persönlich erbrachte Leistungen und das 1,8-fache für technische Leistungen. Man muss schon extrem weltfremd sein, um da keine Ungleichbehandlung zu vermuten oder? [CAF: Zwei-Klassen-Medizin ist in Deutschland für Ärzte und Patienten längst Realität.]

Laut einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt will Lauterbach einen Antrag zur Änderung der Gesundheitsreform im Gesundheitsausschuss des Bundestages stellen. In Zukunft soll nach der Vorstellung des Gesundheitsökonomen nur noch nach der Qualität der Behandlung, nicht aber nach dem Versicherungsstatus des Patienten gezahlt werden [Ärzteblatt: Lauterbach fordert neues Honorarsystem für Ärzte].

Karl Lauterbach ist einer der wenigen ausgewiesenen Fachleute in der deutschen Gesundheitspolitik. Seit 1998 ist er Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität Köln. Studiert hat der „huschige" Fliegenträger unter anderem Health Policy and Management an der Harvard School of Public Health in Boston.

Womöglich macht ihn gerade dieses akademische Expertentum für die Berliner Laienspielschar so unerträglich. Im Bundestagswahlkampf hatte seine Partei (SPD) jedenfalls keinen Listenplatz für ihn übrig, er gewann dafür ein Direktmandat im Wahlkreis Köln Leverkusen [Stadt Leverkusen: Bundestagswahl 2005: Lauterbach siegt]. Demokratisch legitimiert ist der Mann jedenfalls besser als mancher Kungel-Listenkandidat.

Die Chefarztfrau

7 Meinungen

  1. Der Mann hängt seine Fahne wirklich bei jedem Beratervetrag raus und will Transparenz..unglaublich!

  2. Aha – „Fachmann“ sind wir also. Na, da will ich mal nicht so sein…

  3. Och Käthe,“sei doch bitte so“ sonst erschließt sich mir der Sinn deines Kommentars goch gar nicht 🙂

  4. Och Chefarztfrau, der Fliegenheini ist der „Fachmann“ und dem kann ich nicht mehr aufn Pelz gucken. Deshalb bist du der bessere Fachmann, Chefarztfrau:-)

  5. Hallo,

    iIch suche nach Informationen zum Thema Augen lasern.
    Ich bin stark kurzsichtig und würde mir gerne die Augen operieren lassen, um endlich
    ohne Brille leben zu können. Mich nervt die Brille wahnsinnig beim Sport oder beim abends weggehen.
    Leider vertrage ich überhaupt keine Kontaktlinsen… hab schon alles versucht
    Ich suche nach unabhängigen Informationen zu dem Thema. Also keine Seite einer Augenklinik oder eines Laserzentrums, die mir nur ihre Dienste verkaufen wollen…

    Wer kenn eine Seite für mich?

    Vielen Dank

    PS: Sorry falls das nicht das richtige Forum für diese Frage ist.

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