Islamunterricht in Schleswig-Holstein

In vier Städten in S-H wird es ab dem Schuljahr 2007/08 Islamunterricht geben: In Flensburg, Kiel, Lübeck, Neumünster. Der Unterricht soll auf Deutsch erfolgen. Er soll von muslimischen Lehrern übernehmen, die bereits im Schuldienst sind. Zurzeit gibt es mehr als zehn solcher Lehrkräfte. Das Bildungsministerium hat im Vorfeld intensive Gespräche mit muslimischen Organisationen geführt. Wie groß der Bedarf ist, weiß zurzeit allerdings niemand genau zu sagen.

Religionsunterricht für muslimische Kinder ist wünschenswert. Das Land Schleswig-Holstein wird damit einer gesellschaftlichen Realität gerecht. Und man wird damit auch dem Grundgesetz gerecht, das auch Muslims in unserer Gesellschaft Religionsunterricht garantiert – eben auch in der Schule. Nebenbei wird damit auch der christliche Religionsunterricht aufgewertet. Und es ist ein Beitrag zur Integration. Nur wer seine eigene Tradition kennt und weiß, wer er ist, kann sich in neue Lebenszusammenhänge integrieren. Das Wissen über die eigene Identität macht selbstbewusst und hilft gegen die Angst, eben diese Identität zu verlieren. Das vermindert zudem die Bereitschaft zur Gewalt erheblich.

Allerdings gibt es auch Fragen, die noch nicht befriedigend geklärt sind. Der Islamunterricht soll von Lehrkräften gehalten werden, die dem Islam zugehören. Ich frage mich, wer diese Leute ausbildet und über ihre Qualifikation befindet. Es gibt schlichtweg in Deutschland keine muslimischen Religionspädagogen, die entsprechende Fortbildungen durchführen könnten. Evangelische und Katholische Religionslehrer studieren an staatlichen Universitäten und Hochschulen und legen anschließen zwei Staatsexamina ab. Der Staat entscheidet über Studien- und Prüfungsinhalte. Was soll für Lehrer gelten, die muslimischen Religionsunterricht halten? Und der Staat legt auch die Lehrpläne fest. Was da drin steht, regelt ein Staatskirchenvertrag. Mit wem soll der Staat über die Inhalte des Islamunterrichts verhandeln? Es gibt keine Organisation, die für alle Muslims spricht. Die an den Verhandlungen beteiligten Einzelorganisationen konnten sich bisher nur auf Rahmenbedingungen einigen. Und wer kontrolliert und evaluiert den Islamunterricht? Religionsunterricht ist nicht Unterricht über Religion sondern Unterricht in Religion. Religion ist keine Religionskunde. Es geht darin auch immer um Personen und darum, was diese Personen glauben – Schüler und Lehrer. Und das soll auch für den Islamunterricht gelten. Wie kann aber ein christlicher Schulrat über muslimischen Religionsunterricht befinden – man stelle sich mal die umgekehrte Situation vor!

Eine Meinung

  1. Hahaha, immer gibt es hier was zum Lachen, aber nicht, dass Sie nun denken, es wäre Schadenfreude wegen der neuen Konkurrenz in den Schulen oder so. Kann ja gar nicht sein, weil ich doch grundsätzlich für die Abschaffung sämtlicher Religionen plädiere. Religionen per se fördern sowieso nicht die Integration, nein sie können sie geradezu gezielt verhindern. Zum Beispiel durch Einzelunterrichtsansprüche pro Ideologie oder Weltanschauung oder andere Heilsbringeransprüche in den Schulen. Erst die Katholischen zusammen mit Opus dei (nein umgedreht), dann kamen die Reformierten aus den Katholischen heraus mit eigenem Schulunterrichtsanspruch, nun der Islam, dann die jüdische Religion, dann die Hindus, dann die Buddhisten als Absplitterung der Hindus, dann die Zeugen Jehovas, dann Scientology, dann die Lila-Kuh-Anbeter, dann die Golfclubs (mit Golf-Gott Langer) dann die spirituellen Esoteriker, dann die Heilpraktiker(mit Gott Köhnlechner) dann die Tennisclubs (mit Becker-Gott), dann der FC Bayern München (deren Fussballgott ist der stärkste in der Liga), dann alle anderen aus der ersten Liga, dann die Rennsportradler (mit T-mobile Gott), dann die echten Humanisten (Gott Fehlanzeige) dann die Kartenleger (mit Göttin Elisabeth Tessier), dann alle aus der 2.Liga, dann die Sexclubs (mit Heilsbringerin Dolly Buster), dann die Schafzüchter (mit Klonschaf Dolly) .. ääähhh, hatte ich die nicht schon? Ach, ich verzettle mich…in welcher Liga spielt eigentlich Kiel und wer ist dort Gott? Die kriegen dann alle ein eigenes Forum in unseren Schulen. Irgend ein anderer Unterricht für die Schüler, zum Beispiel ein der Bildung dienender Unterricht, ist zwar dann nicht mehr möglich, der Tag hat ja nur 24 Stunden, und wer braucht schon Geschichte oder Geographie, kürzen, streichen, weg damit; aber das wäre eben Gerechtigkeit für alle Ideologien. Nichts weiter. Nun denkt man, pff, die anderen können uns doch das Wasser nicht reichen, das läuft sich bestimmt bald tot, die wissen noch nicht einmal ihren Lehrerbedarf oder ihre Schülerzahlen. Und pah! Was haben „diese Leute“, die womöglich gebrochen Deutsch sprechen und womöglich nicht einmal verstünden, dass man ihnen gerade einen kaputten Fernseher andreht, schon für eine Ausbildung, fragen Sie sich, pah. Dazu braucht man schon ein paar Staatsexamen! Wobei ich da auch anmerken kann, dass schon im Kindergarten die einfacher ausgebildeten ErzieherInnen ohne jede Universitätsausbildung Religion vermitteln dürfen und ich mich frage, was es da groß zu studieren gäbe, wo Sie doch schreiben, dass sie den ganzen studierten Plunder von Altsprachen, Philosophiegrundkurs, blutiger Religionsgeschichte etc. und auch die Lehre „über“ die Religion bzw. Religionen gar nicht brauchen, weil sie dieses ja keineswegs auch vermitteln wollen, sondern ausschließlich Unterricht „in“ Religion. Tja, und das kann man doch ganz einfach haben und es wäre mit einer Viertelstunde Unterricht abgetan: „Liebe Kinder, ich glaube, es gibt einen Gott, den könnt ihr aber nicht sehen, und das hat auch noch niemals einer beweisen können, ob es den überhaupt gibt, das kann auch keiner. Ich auch nicht, obwohl ich seine Existenz ja behaupte und daher der Beweispflichtige wäre, aber Schwamm drüber. Ich glaube trotzdem, dass der den Menschen diese10 Gebote hier gegeben hat, und ich glaube, die sollte man einhalten.“ Steintafeln mit Geboten verteilen. Fertig. Schönes Leben noch!Und fragen Sie schon gar nicht, wer das bezahlt. Wird wohl sein wie bisher auch. Der Staat zahlt jetzt schon Unsummen für die Theologischen Fakultäten und die Ausbildungen sämtlicher Ideologielehrer und baut selbstverständlich dann in Zukunft auch eine staatlich finanzierte eigene Uni pro Ideologie. Fein, fein, fein. Denn beinahe ÜBERALL da, wo in Deutschland das karitative und erzieherische Image Religion draufsteht, ist mit 90 Prozent finanziell leider nur der Staat drin. Das ist der Frau Bischöfin Käßmann nur mal kurz entfallen, wegen der lächerlichen 10 Prozent, die die Kirchen selber dazuzahlen. Wenn ich all die Nullen (ich meine selbstredend ausschließlich die pekuniären) hinschreiben müsste, die sich hinter den vielen tausenden von Millionen an Ausgaben verbergen, die da für den falschen Image-Erhalt von angeblich kirchlichen und kirchlich-karikativen Einrichtungen, Ausbildungen, Theologischen Fakultäten, Religionslehrer, Kindergärten, Krankenhäusern und sonstigen Einrichtungen den Bach runtergehen, wären die Niagarafälle nur eine unbedeutendes Rinnsal dagegen. Deshalb können die Kirchen ihr eigenes Geld auf die himalajahohe Kante legen und sind nach eigener Aussage von den unbedeutenden Einnahmen aus der Kirchensteuer, die auch beim Arbeitslosengeld einbehalten wird, locker unabhängig. Da kann es schon auch mal vorkommen, dass ein Caritaschef aus dem schönen Trier mit der ganzen Kasse abhaut oder dass die Krankenkassen im Osten mit den Abrechnungen sauber gepratzelt werden. Aber es gibt ja Meere von dummen kleinen ehrenamtlichen Sammlern, die Klinkenputzen gehen und Euro für Euro wieder für die Wohltäter hereinholen, und wenns auch nur für diese persönlich sind. Von den Penthäusern und horrenden Spenden an verschiedene Einzelpersonen und Parteien, die man als Spender wissentlich niemals unterstützen würde, und den gemauschelten Immobiliengeschäften in ganz gro0en Stil, erzähle ich lieber nicht mehr. Kann man ja alles selbst nachgoogeln.Der Staat könnte alles in Eigenregie viel kostengünstiger zur Verfügung stellen. Tja, diese Mogelpackung kann man uns nicht mehr lange verkaufen. Verfluchte Medien, wenn ihr sie doch nur ganz alleine nutzen dürftet zur Verbreitung eurer Ideologien. So wie früher. Und völlig unwidersprochen und kritiklos. Ach wäre das schön! Ach wäre das schön, wenn nach dem staatlichen, finanziellen Superverschwendungsgau, der unweigerlich schon dräut, in die Zappendüsternis hinein es plötzlich endlich einmal ganz helle würde, wenn den geschröpften Leuten eines Tages endlich einmal ein Meer von Glühbirnen im Kopf aufgeht durch das Licht der Aufklärung. Ansonsten können Sie sich all Ihre weiteren Fragen beantworten, wenn sie sich den von Ihnen bereitgestellten Link auch mal selbst genau durchlesen, Rahmenplan, staatliche Aufsicht, Kontrolle, Inhalt, schon alles paletti. Und einigen auf einen gemeinsamen Religionsunterricht können sich die islamischen Organisationen auch nicht. Genau wie ihr. Alles schon mal da gewesen. Wärt ihr aus den Schulen draussen geblieben, könnten andere nicht auch den gleichen Anspruch erheben. Nun seid ihr froh, dass ihr eure Daseinsberechtigung als Religionen in den Schulen durch weitere Religion gestärkt seht. Mit diesem dummen Widerspruch müsst ihr euch nun arrangieren und gespielte Begeisterung aufbringen. Nur dass halt Islam=Staat ist und nicht nur Religion. Staat und Kirche sind ja nicht getrennt, wie bei uns hier (angeblich) Dann wäre islamischer Religionsunterricht gleichzeitig Staatsunterricht. Nicht wahr, das hat Ihnen wohl die Schweißperlchen auf die besorgte Stirn getrieben? Jetzt wissen Sie, wie es mir mit allen Religionen immer schon gegangen ist. Es ist dieser privilegierte Einfluss und die mögliche Unkontrollierbarkeit und Machterweiterung durch einen ausschließlich zu diesem Zweck erfundenen Gott. Religion eben. Mehr als der Staat sein wollen oder gar der Weltenstaat werden wollen.Neinnein, ich musste tatsächlich nur lachen, weil ich mir tatsächlich die von Ihnen ernsthaft empfohlene Umkehrung dieser Situation vorstellte: wie in einem islamischen Land die Christen ihren Religionsunterricht verbindlich in deren Schulen einbringen wollten. Die Organisationen der beiden christlichen Groß-Sekten (quod licet papa-jovi, licet in diesem Fall auch Sowieso-bovi), die beiden Grossen also und sämtliche Splittergruppen könnten sich bestimmt ebenso wenig einigen über einen gemeinsamen Religionsunterricht wie die verschiedenen islamischen Organisationen es hier bei uns auch nicht können. Solches bringen ja wie gesagt nicht einmal die zwei christlichen Firmen untereinande
    r fertig.. Jedes einzelne Grüppchen würde also auch seine eigenen Unterrichtsstunden beanspruchen. Im islamischen Staat! Alle Mädchen dürften sich in die Burka hüllen, und kein Lehrer wüßte dann, wer druntersteckt und ob nicht vielleicht ersatzweise der große Bruder stattdessen die Prüfungen mitschreibt. Uiuiui, das wäre spannend, auch schon deshalb, weil man da schon mal ganz schnell als Landesverräter gelten und mit dem Tode bedroht werden kann, wenn man ein Christ sein will. Und der Papst kann schließlich nicht jedes einzelne bedrohte Christenschäfchen persönlich retten oder? Hat er gar keine Zeit dazu vor lauter winken müssen und grinsen müssen und anprangern müssen, dass einige wenige Arme in Villen wohnen müssen wie er selbst auch, und sooo viele andere in Baracken wohnen dürfen. (Wieso fällt mir jetzt urplötzlich Frau von der Leyen mit ihrem auftoupierter Heiligenschein ein? Unerklärlich!) Also wie gesagt, eine tränentreibend lustige Vision , Ihr Vorschlag : „Man stelle sich mal die umgekehrte Situation vor!“. Lange nicht mehr so gelacht, und das auch noch wegen der Religionen. Vorsicht, liebes Sowieso, du musst aufpassen, nicht auch so ein permanent verhexter Grinsekeks zu werden…

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