Irene Dische: Großmama packt aus

Allerdings gibt es keine
Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der zweite Weltkrieg,
die sie so sehr beschäftigt wie ihr weit verzweigter Clan.“ Soweit der
Klappentext zu dem Roman von Irene Dische :
Großmama packt aus, der
wunderbar geschrieben und ebenso gut zu lesen ist.
Es ist eine groteske und
bewegende Familiengeschichte die sich da präsentiert. Immer wird der Leser
schmunzeln über die Skurrilität dieser Großmutter, die berichtet ohne Rücksicht
und ohne einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, ob es besser wäre ab
und zu ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Indem Irene Dische ihrer Großmutter
das Berichten über die Enkelin überlässt, löst sie damit ein altes Problem der
autobiographischen Literatur, das nach der Frage der Authentizität. Es ist ein
gandenloser und ironischer Blick aus dem erzählt wird, einer den sich nur
Betroffene erlauben dürfen, großartig aufgebaut, spannend und anrührend in
einem.
„Indem die Großmutter
während des Erzählens ihre Vergangenheit schönt, wo ihr dies nötig scheint, und
berichtend über sich hinauswächst, wo sie lebensgeschichtliche Bilanz zieht,
schafft Dische die Distanz der Fiktion.
Der Roman ist eine literarische
Biographie, die überaus unterhaltsam und intelligent ein persönliches Schicksal
in die Zeitgeschichte einbettet, ohne überhobene Ansprüche auf geschichtliche
Objektivität.“ (RP-online) Diese Familiensaga ist zudem eigentlich „eine
Geschichte von starken Frauen – die gerne die Männer machen lassen würden, wenn
diese es nur könnten, aber ach, die Männer sind schwach.“ ( ttt  ).
Die Schauplätze reichen vom
Rheinland bis  nach Oberschlesien und in
die USA, damals eines der begehrtesten Ziele für Auswanderer. Irene Dische,
1952 in New York geboren, lebt seit über 10 Jahren in Berlin. HOCA 2005; 23,00 Euro.

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