Indische Geschichte: Very British

In der letzten Augabe des indischen Wochenmagazins Outlook annoncierte William Dalrymple sein demnächst bei Penguin India erscheinendes Buch „The Last Mughal“, das den endgültigen Untergang des Mogulreichs und die Konsolidierung der britischen Kolonialherrschaft mit der Niederschlagung des Sepoy-Aufstands 1857 behandelt, und entdeckt ungeahnte Parallelen: „Der Aufstand war ein defensiver Akt in einem Krieg der Religion, gegen das Vordringen des Christentums und christlicher Werte und gegen die Fremdherrschaft allgemein … Wenn in den Quellentexten von damals vom Jihad die Rede ist, klingt das heute leider alarmierend.“

Dagegen war von indischer Seite wenig einzuwenden, Outlook war das Buch – der abschließende Teil einer Trilogie übrigens – sogar eine Titelstory wert. In der aktuellen Ausgabe des Magazins bespricht Mahmood Farooqui jetzt zwei Bücher („The Black Hole: Money, Myth and Empire“ von Jan Dalley und „The Corporation that Changed the World: How the East India Company Shaped the Modern Multinational“ von Nick Robbins), die das Raj ins genuin britische Visier fassen. Für Farooqui etwas zu british, auch wenn zumindest Robbins die Gier der Ostindienfahrer scharf kritisiert:

„In Jan Dalley’s account of individual bravery and risk-taking, there is no place for the fact that until the 18th century the Indian merchants dominated trade bound to and from India far more heavily than Europeans, that they had credit and financial mechanisms that extended up to Africa … Both these books by British journalists-cum-writers are really about Britain, where India is a peripheral player. That Dalley sees the Empire as a creation of young men in search of adventures and Robbins explains it as the power of the corporation tells us, eventually, more about their particular locations in British society than about Indian history or the Empire.“

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