‚Hinter Gittern‘ – museumsreifer TV-Schrott

Revolte in Reutlitz, es gibt Gewalt, und Geiseln, die Direktorin des Frauengefängnisses sieht nur eine Möglichkeit – das SEK muss her. Ein Blutbad zum Finale: Im Kugelhagel der Spezialtruppe sterben etliche der Knastschwestern.

So endet am kommenden  Montag (22. Mai, 21.15 Uhr, RTL) die spielfilmlange letzte Folge der aktuellen Staffel der Knast-Saga „Hinter Gittern“. Ein schöner Knalleffekt und eigentlich der perfekte Zeitpunkt, die Serie zu beenden. Lesbische Liebesbeziehungen, Gewalt unter Knackis, Drogendeals, Ausbruchsversuche, sadistische Schließer, GV mit Vollzugsbeamten – Deutschlands Trash-Serie Nr. 1 wäre endlich Geschichte. Aber RTL lässt die seit 1997 in über 350 Folgen erzählte Sträflings-Soap weiterleben.

Für die neuen Folgen hat sich die Produktionsfirma Grundy UFA nicht nur einiger Darstellerinnen entledigt, der gesamte Autorenstab wurde gleich mitentsorgt. An den Büchern der neuen Staffel, die RTL ab Herbst zeigt, arbeitet ein komplett neues Schreiber-Team – zu abstrus waren die Storys der letzten Staffeln nach dem Urteil vieler Fans geraten. Wer es nicht abwarten kann, bis der TV-Knast wieder sein Tor öffnet, muss nach Berlin-Spandau. Im dortigen Stadtgeschichtlichen Museum sind JVA-Requisiten, Kostüme, Fotos, Filmausschnitte und Kulissen aus der Serie zu sehen. Titel der Ausstellung: „Dr. Mabuse und Edgar Wallace in Wolffs Revier“. Irre – Edgar Wallace würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass er mit Walter und Co. in einem Atemzug genannt wird. Ein Fall für den Wixxer.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.