Himmlische Natur und teuflische Tiere: Wandern auf Tasmanien

„Mir ist schlecht“. Mary und Sebastian sind schon ganz grün im Gesicht und ziehen es vor, draußen auf dem Deck an der Reling zu stehen. Mir soll´s recht sein, denn der Ausblick ist draußen eh viel besser: die Skyline von Melbourne im Abendlicht und der Sonnenuntergang auf der Tasman Sea. Mir geht es Gott-sei-Dank gut, und auch meine beiden seekranken Reisegefährten halten sich wacker.

Welcome to „Tassie“

„Ist das schön hier“, schwärmt meine Freundin, als wir am nächsten Morgen von der Fähre auf tasmanischen Boden fahren und zum Picknicken an einem wunderschönen See anhalten. „Aber kalt“, bemerkt Sebastian, und er hat Recht. Es ist eindeutig frischer als in Melbourne, aber wunderschön: Grüne Hügelchen erinnern an „Mittelerde“ (Herr der Ringe), schneebedeckte Berge glänzen im Sonnenlicht, und die Seen blitzen klar und rein – ein echtes Natur- und Wanderparadies.

Wandern wollen wir auch, den „Overland Track“. Fünf Tage haben wir geplant, um eine Strecke zwischen 12 und 24 km pro Tag von Hütte zu Hütte zurückzulegen. Am Abend vor dem Track gibt’s noch mal ein Kilo Tortellini zum Stärken, auf dem Campingkocher gebrutzelt (gecampt wird übrigens vor dem Besucherzentrum, denn man spart, wo man kann). Davon werden auch gleich einige Tasmanische Teufel angezogen, kleine schwarze Tiere, die es nur auf Tassie gibt und zudem noch total selten sein sollen. Mit vollem Bauch schleichen wir uns zum Duschen auf den Campingplatz- das letzte Mal für die nächsten Tage.


Wandern im Cradle Mountain St. Claire National Park

„Die Nacht war saukalt, ich wäre fast erfroren“, stöhne ich am nächsten Morgen. Aber die Sonne wärmt. Mit Karte, Rucksäcken, einem quietschenden Topf und Zelt geht es los. Die Natur ist sooo schön, dass ich es
fast nicht glaube. Wasserfälle, Regenwald und sogar einen Wombat (ein anderes kurioses australisches Tier) sehen wir. Abends auf der Hütte treffen wir Alex und Flo, genießen einen traumhaften Sonnenuntergang in absoluter Stille und fallen nach unserem Gourmet-Abendessen (Instantnudeln) ins Bett.

Auch die anderen Tage sind grandios. Wir wandern in einer Gruppe, treffen immer mehr Leute, genießen die Natur und machen uns gemütliche Hüttenabende. Nur meine Füße tun von Tag zu Tag mehr weh.

Der Weg ist das Ziel – aber ankommen ist auch schön

Fröhlich und ausgelassen kommen wir nach fünf Tagen ans Ziel. Alle sind sich einig: „Der Track hat super Spaß gemacht!“ Abends gibt es Aussie-style Barbeque und eine warme Dusche! Dann gucke ich mir meinen Fuß auch mal genauer an. Ein Freund macht große Augen und schüttelt den Kopf: „Oh Gott, Britta, wie hast du das denn gemacht? Die Blase an deinem Fuß ist ja riesig! Das müssen ja Schmerzen gewesen sein!“ Tja Jungs, das war auch so. Aber überstanden hab ich´s ja. Und genossen!

„So, Jungs und Mädels, jetzt gibt es erstmal einige Tage Erholungsurlaub – wir fahren alle an einen einsamen Strand, und dann gibt es nur noch Lagerfeuer, Gitarrespielen und Faulenzen“, schlägt Mary vor. Gesagt, getan! Nach 90 km zu Fuß durch Tasmaniens Regenwälder haben wir uns das auch
verdient!

Eine Meinung

  1. Zum Thema Wombat: hier gibt es einen kleinen Schmusewombat zu sehen

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