Heute vor?16 Jahren fanden die ersten und letzten freien Volkskammerwahlen in der DDR statt.

Zuerst zum Erfreulichen, die
Wahlbeteiligung betrug 94%. Ein Wert von dem man heutzutage nur noch träumen
kann.

Jetzt das Überraschende: das Wahlergebnis. Es war eindeutig und dennoch
nicht erwartet worden. Die „Allianz für Deutschland“, bestehend aus Ost-CDU und
weiteren bürgerlich-konservativen Parteien, erreichte 48% der Stimmen, die
favorisierte SPD dagegen nur 21%.

Letztlich das Enttäuschende:
die größte Überraschung war, dass die SED Nachfolgepartei PDS über 16% der
Stimmen ergattern konnte. Die Partei, mit dem politischen Erbe der DDR Diktatur
belastet und von langjährigen SED Genossen angeführt, wurde so drittstärkste
Kraft. Die Initiatoren der Wende von 1989 hingegen, das „Bündnis 90“,
ereichte lediglich 2,9% und verschwand fast in der politischen
Bedeutungslosigkeit. Bündnis 90  konnte nur 12 der 400 Abgeordneten der
Volkskammer stellen. Gut 1,9 Millionen Bürger zogen den realexistierenden
Sozialismus, dem Experiment des demokratischen Aufbruchs vor. (Dieser Trend
setzt sich bis heute fort, noch immer haben offensichtlich rund 20% der
Ostdeutschen Sehnsucht nach der Vergangenheit!)

Die neue Regierung unter
Lothar de Maiziere ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie trieb die
rasche Vereinigung voran und machte damit sich, und auch die gerade gewählte
Volkskammer, überflüssig. Nach nur sechs Monaten löste sich das letzte DDR
Parlament auf.

Die politische Karriere der
heutigen Kanzlerin Angela Merkel
begann übrigens ebenfalls
mit dieser Wahl. Sie wurde stellvertretende Regierungssprecherin der Regierung
de Maiziere.

15 Jahre später wurde sie selbst Regierungschefin im mittlerweile
vereinigten Deutschland.

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