Heute vor…31 Jahren wurde Peter Lorenz entführt.

Peter Lorenz,
Spitzenkandidat der Berliner CDU, wurde drei Tage vor der geplanten Wahl, am
27. Februar 1975, von Mitgliedern der „Bewegung 2. Juni“ entführt. Die, nach
dem Todestag des Studenten Benno Ohnesorg benannte Terrorgruppe, wollte durch
die Entführung die Freilassung von Gesinnungsgenossen erpressen.

Während sich der damalige
Justizminister Hans Jochen Vogel, SPD, strikt gegen einen Austausch aussprach,
votierte der damals regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Schütz, ebenfalls
SPD, dafür. Letzten Endes wurde gegen die Staatsräson und für das Leben Peter
Lorenz` entschieden. Er wurde gegen sechs Gesinnungsgenossen der Entführer
ausgetauscht und kam am 4. März unversehrt frei.

Ohne es zu ahnen, hatte die
Bundesregierung damit ein Signal gesetzt, dass fatale Folgen zeitigen würde.
Der Staat hatte sich erpressbar gezeigt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis
sich Nachahmer finden würden, um dies auszunutzen.

Nur einen guten Monat später
war es soweit. Ein Kommando der Roten Armee Fraktion (RAF) besetzte am 25.
April 1975 die deutsche Botschaft in Stockholm, um die Gründer der RAF, Andreas
Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und weitere, freizupressen. Diesmal gab
die Bundesregierung nicht nach. Die Terroristen erschossen zwei
Botschaftsangehörige und sprengten anschließend das Gebäude.

Der Staat kehrte zur einzig
möglichen Linie zurück und verweigerte den Austausch. Auch in der Folgezeit, weder
bei der Schleyer Entführung noch bei der Entführung der Lufthansa Maschine „Landshut“,
zwei Jahre später, stellte der Gefangenenaustausch eine Option dar.

Dennoch kann man davon
ausgehen, dass die erfolgreiche Entführung von Peter Lorenz weitere Terroristen
zu Nachahmungstaten inspirierte. Der Staat kann und darf sich jedoch nicht erpressen
lassen, die Geschichte zeigt dies ein ums andere mal.

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