Fragen über Fragen: Der Deutschen Test. Mit 100 Fragen zum Staatsbürger ? oder auch nicht.

Der
Fragenkatalog aus Hessen umfasst 100 Fragen aus den Themen Geschichte,
Staat,
Gesellschaft, Politik und Recht in Deutschland von denen mindestens die
Hälfte
richtig beantwortet werden sollte. Ziel der Fragerei ist es, so
der hessische Innenminister Volker Bouffier, „daß sich der Einbürgerungskandidat ausführlich mit Staat und Gesellschaft seines neuen Vaterlandes auseinandergesetzt habe.“  Bouffier hofft, das
sein Test bald bundesweit als
Maßstab für die Einbürgerung dient.

Dabei erfüllt der Test
mindestens eine wichtige Aufgabe: Der Einbürgerungswillige Kandidat kann, soll
und muss zeigen, dass er sich für die Gesellschaft und Kultur, in der zu leben
er beabsichtigt, interessiert und die Grundwerte wenn nicht verinnerlicht, so doch
wenigstens verstanden hat. Auch wenn wieder einige sofort wieder „Schnüffelei“
und „Gesinnungstest“ rufen werden, grundsätzlich spricht doch nichts dagegen,
von denjenigen, die beabsichtigen in unserer Mitte zu leben, zu erwarten, dass
sie die hier geläufigen Werte und Normen zumindest kennen. Ob sie letztendlich
akzeptiert werden, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Der Test selbst stellt
beinhaltet einige kniffelige Fragen, hier eine kleine Auswahl…ach so, keine
Angst, falls sie nicht alle beantworten können werden sie nicht umgehend wieder
ausgebürgert.

Wie
viele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland? Nennen Sie sieben Bundesländer
und ihre Hauptstädte!

Was
verstehen Sie unter dem Begriff „Reformation”, und wer hat sie eingeleitet?

Welches
Ereignis fand am 20. Juli 1944 statt?

Unsere
Verfassung garantiert Grundrechte. Nennen Sie vier!

Unter
welchen Umständen können in der Bundesrepublik Deutschland politische Parteien
und Vereine verboten werden?

Wie
heißt das Organ der EU, das die Gemeinschaftspolitik plant und die
Entscheidungen ausführt?

Die
Antworten, sofern sie sie nicht wissen, finden sie bestimmt bei Wikipedia!

6 Meinungen

  1. Herr Kulik, ich teile ihre Meinung nicht und dabei rufe ich weder „Gesinnungstest“ noch „Schnüffelei“. Zum einen glaube ich, dass der Test zu einem Großteil inszenierte Politik ist, der ein bestimmtes Wählerklientel bedienen soll. Dieses Wochenende sind Kommunalwahlen in Hessen, und es wäre ja nicht das erste Mal, dass in Hessen mit Ressentiments versucht wird, Wahlen zu gewinnen. Herr Eichel erinnert sich sicher noch an die U/nterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft vor der Landtagswahl 1999 („Wo kann ich hier gegen Auslöänder unterschreiben“). Und zum anderen, weiß ich nicht, was geografisches Wissen mit der Verinnerlichung von deutscher Kultur zu tun hat. Abgesehen davon, dass die Frage nach drei deutschen Philosophen, für die meisten Deutschen sogar Probleme darstellen würde, halte ich es für sinnvoller Sprachtests zu machen.Im Rahmen des Sprachunterrichts wird auch Kultur vermittelt und dies latent. Was nützt es Deutschland, wenn wir Menschen Einbürgern, die ein besseres Allgemeinwissen haben als die Hälfte der Deutschen, diese sich aber nicht verständigen können. Da halte ich eine Einbürgerungsgespräch, wie es von Baden-Würtemberg angeregt und zum Teil auch schon praktiziert wird für sinnvoller.

  2. Lieber Herr/Frau Shalalama,erstmal freut es mich, dass sie weder „Gesinnungstest“ noch „Schnüffelei“ rufen. Außerdem sind mir, als politisch interessiertem Beobachter, natürlich auch die Eskapden des Herrn Koch usw. bekannt („Kinder statt Inder“ z.B. in NRW (Rüttgers)).Ich sehe auch ihr Argument, dass durch einen Sprachunterricht latent Kultur vermittelt wird. Allerdings ist mir schleierhaft, wie in 10 Stunden Sprachunterricht, wie in einigen Bundesländern angedacht, auch nur ansatzweise Kultur und Werte vermittelt werden sollen. In erster Linie geht es doch wohl außerdem darum, die Sprache zu lernen. Sinnvoll wäre es natürlich diese Kurse langfristiger anzulegen um dann so auch irgendwann latent Werte und Normen zu vermitteln. (Allerdings befürchte mittlerweile, dass ich nach dem schreiben dieser Zeilen als Kulturimperialist verunglimpft werde, der anderen Menschen seine Kultur aufzwingen möchte.) Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass wir allesamt keine Vorstellung davon haben, wer in unserer Mitte leben soll und wer besser nicht. Und vor allem welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Integration wirklich gelingen kann. Denn dies liegt in beiderseitigem Interesse!Mit freundlichen GrüßenMartin Kulik

  3. Herr Kulik, ich habe nicht vor, Sie als Kulturimperialisten zu verunglimpfen und ich gehe d´accord mit ihrer Auffassung, dass 10 Stunden Sprachunterricht nicht reichen um Kultur zu vermitteln. Allerdings glaube ich, dass es weniger als zehn Stunden dauert, die Hälfte der Antworten auf diesen Fragebogen auswendig zu lernen und damit die Staatsbürgerschaft zu erhalten. Allerdings haben Sie auch dann noch kein Wissen darüber, wer denn derjenige ist, der zukünftig in unserer Mitte lebt. Dieser Test hilft in meiner Augen eher der Beantwortung der Frage „Wer wird Millionär“ als der „Wer wird Deutscher“. Ein Punktesystem, wie es ja schon einmal angedacht wurde, würde da sicher mehr helfen.Eine andere Frage, die sich stellt ist die, ob wir zukünftig überhaupt noch wählerisch sein dürfen, was den Zuzug betrifft. In den italienischen Medien (Corriere della Sera) fragt man sich schon: „Werden die Deutschen verschwinden?“ Die Zeitung sieht das „germanische Volk“ als „eine bedrohte Art“, die in 12 Generationen, um das Jahr 2300 herum, verschwunden sein kann. Sollte man angesichts solcher Prognosen und eines dramatischen Geburtenrückgangs die Zugangsvoraussetzungen anheben?

  4. Herr Shalalama,ich stimme ihnen zu, dass der Test eher WWM gleicht, denn einem logischen Test zur Einbürgerung. Ihren Vorschlag, das Punktesystem einzuführe, finde ich sehr gut! Immerhin zeigt die erregte Diskussion/Debatte aber, dass es dringend notwendig ist, einen wie auch immer gearteten Einbürgerungstest/Verfahren (oder wie man es auch immer nennen will…) zu etablieren. Und wenn der sogenannte 100 Fragen Test nur das erreicht hat, hat er sich schon gelohnt.Ich glaube auch, dass wir in Zukunft noch „wählerisch“ sein dürfen. Schließlich ist Deutschland, trotz aller Unkenrufe, nach wie vor ein sehr attraktives und lebenswertes Land. Und dies wird sich nach dem Gewinn des WM Titels in diesem Jahr noch steigern!. Außerdem würde es ja auch nichts bringen, die Standars zu senken, nur um sich noch mehr Probleme als jetzt zu schaffen! Warum sich ausgerechnet Italien über uns sorgt, bleibt mir schleierhaft. Schließlich ist die Geburtenrate und die demografische Entwicklung dort ähnlich schlecht wie bei uns.Mit freundlichen GrüßenMartin Kulik

  5. Für alle interessierte habe ich einen sehr witzigen, satirischen Kurzspielfilm über die Einbürgerungstests aus Hessen und Baden-Württemberg gefunden, der die absurden Realität dieser Tests auf die Schippe nimmt. Unter der Adresse http://www.the-test.degibt es mehr Infos über den schon mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm, “Der Test” und einen Trailer zu sehen. Grüße

  6. Einbürgerungstest

    Hier ist die aktuelle Adresse des Kurzfilms zumEinbürgerungstest

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