Fatih Akin – Filmen ohne Grenzen

Schauplatz:
Hamburg Ottensen. Der Türke Gabriel (Mehmet Kurtulus), der Grieche Costa (Adam
Bousdoukos) und der Serbe Bobby (Aleksander Jovanovic) schlendern in „Kurz und
Schmerzlos“ (1998) den Bahrenfelder Steindamm entlang. Sie machen Halt bei
einer Gruppe Straßenmusikanten und grooven ein paar Takte mit. Der, der da
Musik macht, heißt Fatih Akin, Jahrgang 73, Geburtstort: Hamburg. Filmemacher
seit über 10 Jahren, mittlerweile Jurymitglied in einflussreichen
Preisvergabe-Gremien und Dozent an der Hamburger Hochschule für Bildende
Künste.

Egal,
welchen Streifen des Deutsch-Türken Akins man sich ansieht, alle spielen an
Originalschauplätzen, mit einem Team aus Laien- und Profischauspielern und
haben immer eins zum Thema: das Migrantenmilieu und im Besonderen
deutsch-türkische Beziehungen. Und die stellt der Regisseur in unterschiedlichen Genres dar: „Ich bin ja trotz allem ein sehr
junger Filmemacher und habe einfach noch keinen Bock, mich selbst zu
wiederholen. Erst mal ausprobieren. Auch, wenn ich damit auf die Schnauze falle
– egal!“ so  der Hamburger in einem Interview mit dem NDR.

Aufgewachsen
im multikulturellen Stadtteil Altona geht Akin, nachdem er 1993 für die „Wüste
Filmproduktion“ als Autor, Regisseur und Schauspieler tätig war, an die Uni und
lernt dort die Kunst zum Handwerk. Währenddessen entstehen Kurzfilme wie „Sensin
– Du bist es!“ (1995) oder „Getürkt“ (1996) und die erste kinofilmische
Altona-Hymne: „Kurz und Schmerzlos“, für die Akin den Bayrischen Filmpreis als
Bester Nachwuchsregisseur erhält.

Seinen
nationalen und internationalen Durchbruch feiert der Filmemacher sechs Jahre
später, 2004, mit dem kraftvollen Liebesdrama „Gegen die Wand“. Zahlreiche
Preise staubte der Jung-Regisseur und das Team um die Schaupieler Birol Ünel und Sibel Kekilli für den Streifen ab: den
Goldenen Bären, den Deutschen und den Europäischen Filmpreis.

Seit
letztem Jahr lehrt Akin als Gastprofessor an der Hamburger Hochschule für
bildende Künste. Sein Engagement gilt jungen begabten Studenten, die er mit Rat
und Tat unterstützt. Auf sein neues Filmprojekt sind wir schon jetzt gespannt:
Im Sommer beginnen die Dreharbeiten zu „Auf der anderen Seite des Lebens“ mit
Hanna Schygulla in der Hauptrolle.


Filmographie:

„Sensin – Du bist es!“ (1995) Kurzfilm
„Getürkt“ (1996) Kurzfilm
„Kurz und schmerzlos“ (1998)
„Im Juli“ (2000)
„Wir haben vergessen zurückzukehren“ (2000)
Dokumentation
„Solino“ (2002)
„Gegen die Wand“ (2004)
„Crossing the Bridge: The Sound of Istanbul“ (2005) Dokumentation

Eine Meinung

  1. hamburg blog redaktion

    Wer dem Griechen Costa, also Adam Bousdoukos, in echt begegenen möchte, braucht nur ins Sotiris, Bahrenfelder Steindamm/Ecke Barner Str., gehen. Dort betreibt Bousdoukos ein griechisches Restaurant, in dem man nicht nur deftig speisen kann, sondern zur fortgeschrittenen Stunde auch kräftig mitschunkeln kann. Nach original griechischer Musik und Anleitung versteht sich …

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