Else Kling fährt zum Himmel

Annemarie
Wendl hat keinen Bock mehr auf die „Lindenstraße“. Den Ausstieg aus der Familienserie
begründet sie mit ihrer gesundheitlichen Verfassung. Verständlich, immerhin hat
die Grande Dame der Sonntagvorabendunterhaltung in den letzten zwei Jahren unter
anderem einen Schlaganfall und vier Lungenentzündungen hinter sich gebracht,
das überlebt auch nicht jeder. Da kann einem das ständige Pendeln zwischen Wohnort
(München) und Drehort (Köln) schon mal schwer zu schaffen machen. Mit 91 Lenzen
ist Frau Wendl ja auch nicht mehr die Jüngste, und im Fernsehen in Würde zu
altern ist bekanntlich gar nicht so einfach (vgl. Johannes Heesters).
 
Chronik
eines angekündigten Todes
 
Schon seit
denkt 2004 Annemarie Wendl laut darüber nach, aus der Serie auszusteigen, aber erst
jetzt steht der Termin für das Ableben des unausstehlichen Hausdrachens fest. Und
damit das Ganze auch so ein bisschen werbewirksam ist (und vielleicht auch eine
fette Quote einfährt), hat „Lindenstraßen“-Produzent und Chef-Autor Hans W.
Geißendörfer Else Klings Exitus auf den 25. Mai gelegt, da ist nämlich Himmelfahrt.
Wie poetisch! Wenn man dem Interview auf der Website der Serie Glauben schenken
darf, in dem Frau Wendl sich zum Thema äußert, wird es ein „würdiger
und ergreifender Abschied“. Sicherlich würdiger und ergreifender als der Tod
von Elses Ex-Mann Egon, der 1998 – kurz nach der Scheidung von der Nervensäge –
auf dem Weg zum WM-Finale in Paris von einem Mofa überfahren wurde.
 
Ein
herber Verlust
 
Auch wenn
sie nach 1069 Folgen aus der Serie ausscheidet, wir werden die
Charakterdarstellerin Annemarie Wendl immer in guter Erinnerung behalten. Schließlich
ist sie schon lange unsterblich, nicht erst seit der „Lindenstraße“.
Zum
Beispiel durch ihre Nebenrollen in folgenden unvergessenen Filmen:
 
•  Schulmädchen-Report 10: Irgendwann fängt jede
an (1976)
•  Unterm Dirndl wird gejodelt (1974)
•  Erotik im Beruf – Was jeder Personalchef gern
verschweigt (1971)
•  Graf Porno bläst zum Zapfenstreich (1970)
•  Graf Porno und die liebesdurstigen Töchter
(1969)
•  Pudelnackt in Oberbayern (1969)

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