Einblicke in Hamburger Unternehmen

Die VHS Hamburg
West bietet den Kurs an. Acht Termine am Montagvormittag zwischen Februar und
April. Organisator und Leiter Michi lädt vorab zu einem Infoabend ein, setzt
dafür zwei Stunden an und ist nach fünfzehn Minuten fertig. Lobenswert. Kein
Vergleich mit Elternabenden. Aber wofür hat man sich jetzt die dreißig
Kilometer über vereiste Straßen gequält?

Von den acht
geplanten Terminen stehen erst vier. Die beiden Unternehmen, die mich am
meisten gelockt haben, sperren sich der Besichtigung durch eine 18-köpfige
Gruppe Neu- und Lerngieriger (Durchschnittsalter: 63): Bei Budni Logistics und
Lufthansa-Technik heißt es: “Ihr kommt hier net rein“. Bei den Hamburger
Wasserwerken, beim ICE-Stellwerk in Eidelstedt, bei DESY und beim NDR ziert man
sich weniger. Netterweise hat Michi für jeden Anfahrtsskizzen kopiert, was sich
später noch als sehr nützlich erweisen wird.

Meine Freundin
A., die ich mit übertriebener Euphorie zum Mitmachen dieses Abenteuers
überreden konnte, knirscht ein wenig mit den Zähnen, als wir heimwärts
rutschen. Okay, wir sind die Bambis unter den Vierzehnendern und der nette
Michi ist das wandelnde Lehrerklischee. Trotzdem sind wir gespannt auf den
ersten Ortstermin im Wasserwerk.

Unser erster Ausflug führt uns also nach Rothenburgsort. A. und ich
sind zu spät. Die Mama-Taxi-Profis waren zu blöd für die Rätsel des
U-Bahnfahrens. Keine Details, viel zu peinlich. Der bärtige Pförtner
kann sich einen blöden Kommentar nicht verkneifen, verrät dann aber
doch noch wo wir hinmüssen. Verwaltungsgebäude, Treppe hoch, ein
Ausstellungsraum. Das größte und modernste Wassermuseum
Norddeutschlands um genau zu sein. Da lauschen bereits die Mit-VHSler
den Ausführungen einer netten Mitdreißigerin. Wir erfahren viel über
die Wasserversorgung der Stadt vom 14. Jahrhundert bis heute. Eine
historische Zusammenfassung spare ich mir an dieser Stelle. Wen es
interessiert und wer in der Stadt ist, kann dienstags, donnerstags und
sonntags zwischen 10 und 16 Uhr kostenlos sein Wasserwissen mehren. Für
Gruppen-Führungen kann man sich unter 040 / 7888-2483 anmelden. Und der
Besuch lohnt sich wirklich: Auch wenn es keine tosenden Wassermassen
oder gigantischen Becken zu begaffen gab, immerhin brachte die
gewaltige Pumpe im Haus den Boden kräftig zum Vibrieren.
Insgesamt  besticht das ganze Museum durch besonders liebevoll und
geschickt gewählte Exponate. Aufgeschnittene Wassertürme, alte Klosetts
nebst darüber schwebendem Wasserkasten, Leuchttafeln mit
Anklickbuttons, durchsichtige Rohre mit unterschiedlichen
Gesteinsschichten zum Reinigen des H2Os.

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