Ein inzestuöser Haufen ? Eine kleine Genealogie des dänischen Kinos

Mit Lars von Trier (Breaking the Waves, Manderlay) und Thomas Vinterberg (Das Fest, Dear Wendy) arbeiten die beiden bekanntesten dänischen Regisseure inzwischen zwar vor allem mit internationalen Stars, Sorge um Jobs müssen sich die dänischen Schauspieler allerdings nicht machen. Ulrich Thomsen etwa, der in Adams Äpfel einen etwas anderen Landpfarrer spielt, war zuvor in Brothers und Das Fest zu sehen. In Brothers spielte er mit Nicolaj Lie Kaas zusammen, der ebenfalls in Adams Äpfel mitspielt und auch in Open Hearts, In China Essen sie Hunde, Old Men in New Cars, Idioten, Blinkende Lichter und Stealing Rembrandt dabei war. In Stealing Rembrandt wirkte ebenfalls Nicolas Bro mit, der auch bei Adams Äpfel dabei ist und in Kleine Missgeschicke und Dänische Delikatessen spielte. In letzterem war auch Mads Mikkelsen zu sehen, der ebenfalls in Blinkende Lichter, Wilbur wants to kill himself, Open Hearts und natürlich Adams Äpfel dabei war. Paprika Stehen, die in Adams Äpfel eine kleine Rolle spielte, spielte vorher in Open Hearts, Skagerrak, Das Fest, Idioten, Stealing Rembrandt und Mifune mit. Schon verwirrt? Kommen wir zu den Personen hinter der Kamera. Regie bei Open Hearts und Brothers führte Susanne Bier, bei Wilbur wants to kill himself und Italienisch für Anführer (bei dem erstaunlicherweise niemand der erwähnten Schauspieler mitwirkt!) Lone Sherfig, bei In China Essen sie Hunde und Old Men in New Cars Lasse Spang Olsen und bei Mifune und Skagerrag Soren Kragh-Jacobsen (einer der Mitbegründer der Dogme 95′-Bewegung.

Absoluter Held und quasi der Pate des dänischen Kinos ist aber Autor und Regisseur Anders Thomas Jensen, ohne den offenbar gar nichts geht. Er schrieb (meist in Zusammenarbeit mit den Regisseuren) die Drehbücher zu folgenden Filmen: Mifune, In China essen sie Hunde, Old Men in New Cars, Open Hearts, Wilbur wants to kill himself, Stealing Rembrandt, Skagerrak und Brothers. Außerdem schrieb und inszenierte er Blinkende Lichter, Dänische Delikatessen und eben jetzt Adams Äpfel. Degeneriert ist der dänische Film allerdings in keiner Weise. Im Gegenteil, die ständige Zusammenarbeit, die eher einem kontinuierlichen Klassentreffen ähnelt, scheint die Beteiligten eher zu beflügeln und sorgt für einen qualitativ hohen Output, der angesichts der kleinen Größe Dänemarks mehr als bemerkenswert ist.

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