Ein Abend mit: Tocotronic – Hamburg rockt!

Nachdem man endlich Einlass gefunden hatte, mussten nur noch vier Stockwerke bewältigt werden, um in Hamburgs neuen, coolen Club, das „Uebel und Gefährlich“ zu gelangen. Dummerweise war einer der beiden Fahrstühle kaputt, also hieß es, zu Fuß gehen.
 
Endlich oben angekommen, erwartete einen die Warteschlange an der Garderobe. Viel zu lang und viel zu langsam ging es vorwärts, also flugs die Jacken irgendwo im Raum abgelegt, noch kurz zur Bar und dann ab in Richtung Bühne. Gute Plätze sind ja bekanntlich rar – besonders wenn der Club klein und das Konzert ausverkauft ist.
 
Zuerst die Vorband: 18 Dye. Okay, die waren nicht schlecht, aber eigentlich wartete man ja auf die Helden des Abends: Tocotronic! Die Umbaupause ermöglichte dann immerhin einen weiteren Gang zur Bar. Der Rückweg zu den guten Plätzen erwies sich allerdings schon als schwieriger…trotzdem geschafft. Und dann ging`s auch schon los.
 
Die Tocos kamen und der Saal kochte! Schon das zweite Lied, „Aber hier leben, nein Danke“, brachte die Menge zum rocken – und wie! Danach dann etwas zum „ausruhen“ – ein paar von den neuen Liedern a la „Jackpot“ und „Achter Ozean“. Doch all dies war eigentlich nur Vorspiel. Der Höhepunkt war die erste, frenetisch herbeigesehnte Zugabe: Freiburg und Kleinkunst – die Luft brannte und die Menge tobte.
 
Leider war nach der zweiten Zugabe Schluss (ich hätte ja auf mindestens drei getippt) aber Dirk von Lotzow war die Erschöpfung förmlich anzusehen, da ging dann wohl nicht mehr. Und verausgabt hatten sie sich alle, Band und Publikum – keine Frage. Die Tocos haben alles gegeben und das Publikum hat`s gedankt – so muss es sein!
 
Danach dann noch ein bisschen chillen in den bequemen Sitz- bzw. Kuschel- und Knutschecken. Noch ein, zwei Bierchen und dann gab`s  da ja auch noch die After Show Party. Sonntagabend erwies sich dann aber doch nicht als idealer Zeitpunkt für sie.
 
Trotzdem: Ein RIESENKONZERT mit einer der geilsten Bands wo gibt!

3 Meinungen

  1. obwohl ich nicht am sonntag dabei war, kann ich aus eigener erfahrung nur zustimmen: konzerte von tocotronic sind immer was besonders. da gibts im deutschsprachigen indipendent-bereich kaum ne vergleichbare band.noch zwei anmerkungen: 1. ein paar mehr infos zur vorband (außer: ja,die haben gespielt) wären nicht schlecht gewesen.2. dass du „jackpot“ als eines der neuen lieder bezeichnest passt nicht so ganz. der song kam 1999 raus.ansonsten guter artikel!nachfrage meinerseits: hat die band das konzert wieder mit einem ausufernden, gitarrenverzerrten und einfach nur phänomenalen „neues vom trickser“ beendet??

  2. diesmal haben sie das konzert mit einem „ausufernden, gitarrenverzerrten und einfach nur phänomenalen“ HI Freaks beendet…ich glaube, sie wollten die fans müde spielen, um um die dritte zugabe herzumzukommen 🙂 war aber klasse, hat gefühlte zehn minuten gedauert und den jungs auf der bühne war anzusehen, dass sie mit leib und seele dabei sind!zur vorband gibts eigentlich nicht viel zu sagen, haben ganz gut angefangen aber sich irgendwann in gitarrensoli und geschreie verloren, außerdem war die technik nicht gut eingestellt, den sänger bzw. die sängerin waren kaum zu verstehen und die gitarren waren so was von laut…“jackpot“ hab ich deswegen neu genannt, weil es sich ja doch schon deutlich von den vorherigen nummern/alben abhebt, weniger gitarren, dafür mehr elektronische (?) spielereien, stimmt aber schon, das es mittlerweile schon ganz schön alt ist. wie die zeit vergeht…

  3. Martin Z. (also ein Namensvetter)

    Martin hat mit seinem Bericht schon alles gesagt, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Mein persönlicher Eindruck ist folgender:Depressive Intellektuellenmusik mit der indirekten Aufforderung zum sofortigen Abschiedsbriefschreiben – so bezeichnen die meisten Leute (die ich kenne) die Musik der Tocos. Das dem natürlich nicht so ist haben die Jungs am Sonntagabend mal wieder zweifelsohne bewiesen.Das „Uebel und Gefährlich“ ist tatsächlich ein ganz netter Club, der dort im Bunker auf die Beine gestellt wurde. Wenn man von den kleineren Hürden einmal absieht, die man bis zum Betreten überwinden muss (langes Warten, um durch die schmale Tür in das Gebäudeinnere zu gelangen / ein ordentlicher Treppenmarsch in den 4. Stock bis zum Erreichen des Clubs / aufgrund der ca. 100 Meter dicken Wände kein Händiempfang im „Treppenhaus“) offenbart sich sogleich eine recht gemütliche Clubatmosphäre. Ideal also für ein Tocotronic-Konzert in kleinem Rahmen.Die Vorband machte ihrem Status wirklich alle Ehre und kam über den undankbaren Part des Zeitüberbrückers bis zum Top-Act leider nicht hinaus. Der Standard des ganz guten Intros konnte leider in den weiteren Songs nicht gehalten werden – schnell klangen die Lieder ähnlich und höhepunktlos. Hinzu kam der in der Tat schlechte Sound – insbesondere des Gesangs, so dass man die Texte oder Ansagen zwischen den Songs nicht verstehen konnte.Ca. 22.45 begann dann Tocotronic und spielte eine gute Mischung aus alten und neuen bzw. neueren Liedern. Als Freund der alten Sachen gefielen mir diese selbstredend am Besten – und so ging es offensichtlich einem Großteil des Publikums. Lieder wie „Drüben auf dem Hügel“ oder „Kleinkunst“ wurden richtig „abgefeiert“.Beim (möglicherweise) vorletzten Lied („So jung komm‘ wir nicht mehr zusammen“) musste ich dann leider gehen, da ich unbedingt die letzte U-Bahn erreichen musst (0:24 Uhr), so dass ich das eigentliche Finale leider verpasst habe. Als geschickt hat sich dabei herausgestellt, dass auch ich meine Jacke nicht an der Garderobe abgegeben habe und so zügig den Heimweg antreten konnte…Als Fazit lässt sich feststellen, dass es wirklich ein gelungener Abend war, auch weil ich mit besonders netten Leuten unterwegs war 🙂

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