Die Zukunft des Kinos ist Digital

Seit Jahren propagieren manche Regisseure, allen voran George Lucas, die digitale Technologie. Immer häufiger werden große Hollywoodproduktionen auf hochauflösendem digitalem Filmmaterial, dem so genannten HD-Video gedreht. Die Rede ist hier nicht von digitalem Video, wie es moderne Heimgeräte verwenden. Dieser Strang der Entwicklung sorgt eher dafür, dass es immer billiger wird selbst Filme zu drehen, allerdings mit bisweilen erschreckend schlechter Bildqualität. Für bestimmte Themen und Sujets mag das genug sein, für große, teure Hollywoodfilme ist es zu wenig.

Hier geht die Entwicklung in Richtung eines gleichwertigen Ersatzes für das klassische Zelluloid, eben das HD-Video. Neben Lucas, der die letzten beiden Star Wars-Prequel-Filme auf diese Weise drehte, ist besonders Robert Rodriguez ein Pionier dieser Technik. Schon in Es war einmal in Mexiko verwendete er HD-Video und auch seine Comicverfilmung Sin City verwendete dieses System. Vor allem bei erst genantem konnte man aber merken, dass Rodriguez tunlichst solche Kamerabewegungen vermied, die die damals noch vorhandenen Defizite der Digitaltechnik vor Augen führten. In erster Linie waren das sehr schnelle Schwenks und besonders schnelle Bewegungen der Protagonisten seitlich zur Kamera. Die noch nicht ausreichende Rechengeschwindigkeit führte bei solchen Einstellungen zu stark verwaschenen Bildern, die nicht die Tiefenschärfe erreichten, die man von Kinobildern gewohnt ist und platt gesagt einfach nach Fernsehen aussahen. Inzwischen aber hat sich die Technik soweit entwickelt, dass praktisch kein Unterschied mehr zwischen 35mm Filmmaterial und den besten HD-Systemen besteht. Während im letzten Jahr selbst bei Star Wars Episode 3 in manchen Momenten noch die typischen verzerrten Linien zu erkennen waren, wie man sie vom Fernsehen kennt, ist die Bildqualität des neuen Superman Films atemberaubend. Die Kontraste sind weich und sauber, die Farben satt, schwarze Bildbereiche wirklich schwarz, ohne Bildfehler und störende Flecken. Und vor allem ist es nun möglich die Kamera in jede beliebige Richtung zu bewegen, ohne das man auch nur für eine Sekunde merkt, dass der Film digital gedreht wurde. Billiger als Film ist HD zwar (noch) nicht, angesichts der zunehmenden Digitalisierung sämtlicher Produktionsschritte scheint es angesichts der inzwischen schon möglichen Qualität – und die technische Entwicklung und Verbesserung hört ja nicht auf – nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der letzte Film auf Zelluloid gedreht werden wird.

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