Die Wüste lebt

Berstende Hitze über den Hängen. Wie ein riesiger schuppiger Hautfetzen
liegt die Wüste da. Einladend? Kaum. Aber die halb verschüttete Straße
soll eine Abkürzung sein. So hat der schmierige Tankwart es
Familienvater Bob Carter (Ted Levine, „Monk“) und seinem sechsköpfigen
Anhang versichert.
Mit
den abgewrackten Tankstellen und Ratschlägen für Abkürzungen ist es in
Horrorfilmen (zuletzt etwa bei „Wrong Turn“) ja so eine Sache.
Natürlich folgen unsere Reisenden dem Tipp und damit dem Klischee, was
„The Hills Have Eyes“ u. a. schon die Schelte von US-Kritikerpapst Roger Ebert
einbrachte. Vielleicht zu Recht, zumal noch so manches andere
Schreckensmuster bedient wird. Dennoch: Der Schocker wagt sich weit
vor. Eine derartige Verschmelzung von überdrehten, comicartigen
Gewaltexzessen und ironiefreier Grimmigkeit haben wir lange nicht zu
sehen bekommen.
Weiter also: Mitten in der Einöde platzen natürlich
die Autoreifen, die Carters nebst Campingwagen und den Schäferhunden
Beauty und Beast (!) bleiben stecken. Die Wauwaus sind es auch, die
buchstäblich Unrat wittern und kläffend zwischen die Hügel rennen.
Während Bob und der Rest noch Kriegsrat halten und sich streiten, sind
gierige Blicke auf sie gerichtet: In dem Wüstenstrich, einem ehemaligen
Atomtestgebiet, haust eine genetisch mutierte Kannibalen-Sippe. Und bei
Anbruch der Nacht laden die entstellten Ungetüme ihre Knarren und
wetzen die Äxte. Nach dem ersten Mord und der Entführung des Babys von
Tochter Lynne rüsten die Carters zur verzweifelten Gegenwehr…
Wer
bleibt übrig? Schon darauf mag man nicht wetten. Eine tapfere „Scream
Queen“ gibt es nicht. Dass Vater Bob dahingemeuchelt wird, dürfen wir
verraten, ebenso, dass das Baby unversehrt bleibt. Aber Mutter Ethel
(Kathleen Quinlan)? Die beiden Teenie-Kids? Lynne? Ehemann Doug, der
zur Rettungsmission aufbricht?
In seiner Kompromisslosigkeit und seinem Nihilismus erweist sich „The Hills Have Eyes“ als
ebenbürtiger Wiedergänger von Wes Cravens Low-Budget-Reißer. Ein Stück
pures Terrorkino, das uns keine Zeit zum genüsslichen Einrichten in der
eigenen Angst lässt, sondern mit der visuellen Spitzhacke auf unsere
Augen losgeht.

Eine Meinung

  1. Das ist einfach ein hammer film…solche regiesseure braucht hollywood :Pdann klappts auch bei der Oscar verlehung

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*