Die Welt am Abgrund: Der Joker singt!

Bekanntermaßen wird das amerikanische Showbusiness von einem einzigen Gedanken geprägt: Geld. Um möglichst viel davon zu verdienen kennen Produzenten an West- wie Ostküste, in Hollywood und am Broadway, praktisch keine Schmerzgrenze. Kein Projekt ist zu bizarr, keine Idee zu aberwitzig, keine Vorlage heilig, als das man sie nicht in Geld zu verwandeln suchte. Seit die einst verrufene Times-Square Gegend New Yorks, wo sich früher leichte Mädchen mit Junkies um die besten Plätze stritten, komplett Disneyfiziert wurde und festes Programm eines jeden Familienausflugs in die große, aufregende Stadt geworden ist, boomt das Musical-Business wie nie zuvor. Die Dollarzeichen in den Pupillen der Produzenten sind verständlich: Bei Kartenpreisen von über 100 Dollar ist eine erfolgreiche Show eine Goldgrube. Und statt sich mühsam eine originale (und originelle) Idee aus den Fingern zu saugen, macht man es eben wie Hollywood und adaptiert Filme für die Bühne.
Bei einem Zeichentrickfilm wie Der König der Löwen, so etwas wie der Großvater dieser Bewegung, machte das noch irgendwie Sinn. Es wurde ohnehin viel gesungen, und niedliche Wilde in bunten Kostümen auf der Bühne rumhüpfen sehen; wer macht das nicht gerne. Dummerweise war der Löwenkönig auf der Bühne so ein Erfolg, dass die Branche Blut geleckt hatte. Der tanzende Glöckner von Notre Dame wirkte schon komisch, auf eine Musicalversion von Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss hatte eigentlich niemand gewartet und das seit kurzem Tarzan über die Bühne schwingt ist leider kein schlechter Scherz.
Die amerikanische Gossip-Site aintitcool.com enthüllte nun ein Musical-Projekt, dass all dies noch getoppt hätte. Eine Musical-Version von Batman! Genau, Batman, der Fledermaus-Mann, der das düstere Gotham-City vor zugegebenerweise eher absurden Bösewichtern wie dem Joker, dem Pinguin oder Catwoman beschützte. Wer genau die Idee hatte und ob diese Person inzwischen in die Postabteilung strafversetzt wurde, darüber wird geschwiegen, man will wohl einer Klage wegen Rufschädigung entgehen.

Auf der Homepage des designierten Komponisten Jim Steinman jedoch, findet sich ein MP3-File (Hören auf eigene Gefahr!), das eine Kostprobe dessen enthält was beinahe über die Welt gekommen wäre. Das Stück ist Wonderful Toys betitelt und scheint auf jener Szene zu basieren, in der der Joker erleben muss, dass Batman das coolere Spielzeug besitzt.
Den Älteren mag der Name Jim Steinman bekannt vorkommen. 1977 schrieb und produzierte er für Meat Loaf dessen Bombast-Pathos-Rock-Album Bat out of Hell und genauso klingt auch der geplante Joker-Song. Man mag sich gar nicht vorstellen wie es weitergegangen wäre, auf welche Ideen Herr Steinman noch gekommen wäre, aber irgendwo saß dann offenbar doch ein Produzent mit einem kleinen bisschen Geschmack und verhinderte schlimmeres. Dieser unbekannten Person möchten wir hiermit unseren tiefsten, ehrlichen Dank aussprechen.

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