Die Piraten sind los

Nachdem die WM vorbei ist können die Kinobetreiber aufatmen. Während am letzten WM-Wochenende 68.000 Zuschauer zu Platz Eins reichten, steigen die Besucherzahlen dem Übersommer zum Trotz wieder an. Die Fortsetzung des Piratenspektakels mit Johny Depp übernahm locker die Chartspitze und kam auf 1,9 Millionen Zuschauer. Allerdings ist dieses Ergebnis in erster Linie den sagenhaften 1330 Kopien zu verdanken, mit denen Buena Vista den Film startete, was zu vielen Besuchern, aber auch einem schwachen Kopienschnitt führte. Bleibt abzuwarten ob die Fortsetzung die Zahlen des Vorgängers übertrumpfen kann, der auf insgesamt sechs Millionen Besucher kam.

Gegen die Übermacht der Piraten hatte kein anderer Film eine Chance: Der enttäuschend gestartete Hui Buh hielt sich mit rund 210.000 Besuchern recht wacker (Gesamt 600.000), der Animationsfilm Ab durch die Hecke landete im gleichen Bereich und übersprang die 2 Millionen-Besucher-Marke, während der debile Autorennspaß Tokyo Drift an der Million kratzt.

Cool Rules
In Amerika dagegen ist die Herrschaft der Piraten nach drei Wochen beendet. Dennoch kamen noch einmal 20,4 Millionen Dollar hinzu, für ein Gesamteinspiel von 358 Millionen und Platz 11 auf der ewigen Bestenliste. Die Spitzenposition erlangten Colin Farrell und Jamie Foxx in Michael Manns Miami Vice, allerdings mit enttäuschenden 25 Millionen. Bei geschätzten Kosten von mindestens 130 Millionen Dollar – man munkelt gar von 150 – hatte Universal auf deutlich mehr gehofft. Aber offenbar bestätigte sich zum einen, dass Foxx und Farrell zwar Stars sind und auf keiner Party fehlen, aber noch weit davon entfernt sind eine so loyale Fanbase zu haben wie Tom Hanks oder Tom Cruise, zum anderen gelang es Mann nicht die legendäre Kultserie überzeugend für die Leinwand zu adaptieren.

Auf Platz drei startete mit 14 Millionen Dollar der Teeniefilm John Tucker Must Die, während Warner Brothers mit Ant Bully (8 Millionen Dollar), die nächste Enttäuschung erlebte. Während Disney allein mit Cars und Pirates 2 schon über 600 Millionen Dollar umsetzte, kam WB mit Poseidon, Superman Returns und Lady in the Walter bislang nur auf enttäuschende 270 Millionen Dollar und das bei Produktionskosten von zusammen rund 500 Millionen Dollar. Da bleibt nur die Hoffnung auf hohe DVD-Verkäufe.
Jenseits der Blockbuster lief der diesjährige Woody Allen-Film Scoop mit ordentlichen 3 Millionen Dollar an. Nach langer Durststrecke scheint das Publikum wieder Vertrauen zu Allen gefunden zu haben. Wie schon Match Point in London und mit Scarlett Johansson gedreht, spielt diesmal Allen selbst wieder eine Rolle. Und noch etwas ist dieses Mal anders: Das Gros der Kritiken ist vernichtend.

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