Der Selbstmörderclub: Französische Comic Adaption des Stevenson Klassikers

Ob in den Illustrationen oder den Dialogen, Baloup und Vaccaro haben sich eng an die Vorlage und den geschichtlichen Flair des Originals gehalten, schon auf der ersten Seite zwinkert einem eine klassische Szene alter britischer Kriminalfilme entgegen – die ruhigen Straßen Londons inklusive Kutsche.

Der Selbstmörderclub: Prinz Florizel auf Gaunerjagd

In der Episodengeschichte geht es vorwiegend um den abenteuerlichen Prinz Florizel und seinen getreuen Freund und Angestellten Geraldine. Beide suchen nach neuen Abenteuern als sie auf einen mysteriösen Selbstmörderclub stoßen.
Aus Interesse und Faszination wird schnell Grauen und Florizel und Geraldine suchen alsbald einen Weg, den Club und seinen gierigen Gründer nieder zu bringen.
In drei Kurzgeschichten entfaltet sich die Entdeckung und Jagd, dabei ist beeindruckend, wie schnell der Leser durch die geschickte Inszenierung und Ästhetik der Panels in die Zeit der Gentlemen und Ehrenduelle transportiert wird.
Sicher nicht zufällig sind die Zeichnungen in Aquarellen gehalten, so erhält „Der Selbstmörderclub“ einen angemessenen, gediegenen Look, der den beiden durch und durch anständigen Protagonisten entspricht.

Stevensons Humor und Schreibstil perfekt adaptiert

Humor und Ernsthaftigkeit werden gut balanciert und gerade die Ausdrucksstärke von Vaccaros Gesichtern tragen viel dazu bei, dass die Figuren zum Leben erwachen.
Ebenso hervor zu heben ist auch die sprachliche Finesse (der deutschen Version), da die leicht gestelzten, letzten Endes aber nur allzu reizenden Ausdrucksformen der damaligen Aristokratie perfekt übernommen wurden.

Das Tempo der Story ist allerdings recht flott und bei gerade einmal 94 Seiten (für Graphic Novels doch recht dünn), hätte man sich vielleicht ein paar Seiten mehr gewünscht, um die Kapitel besser einzuleiten und hervor zu heben, da man flugs von einer Episode zur nächsten katapultiert wird, was jedoch auch der Hektik der Abenteuer des Prinzen und Geraldines zuzuschreiben sein könnte. Gewollt oder nicht, gerade zum Ende hin sorgt diese atemlose Erzählweise dafür, dass man eventuell doch noch einmal zurück blättern muss, um mit Charakteren und Plotverläufen mitzukommen.

Das sollte jedoch niemanden davon abhalten, denn auf rein visueller Ebene und auch von den Dialogen her ist „Der Selbstmörderclub“ ein großes Vergnügen und Fans der viktorianischen Literatur, Mystery und Szenerie werden die liebevoll gestalteten Abenteuer nach Robert Louis Stevenson sicherlich zu schätzen wissen.

Das Buch gibt es beim Splitter Verlag für 19,80€.

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